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05. Mai 2012 Lesezeit ~ 6 Minuten

Doppelbelichtungen auf Mittelformat

Wir dachten uns, dass es mal wieder Zeit für eine neue Leseraktion wird. Und zwar eine ähnlich der, die wir im letzten Herbst mit Euch durchgeführt haben: Doppelbelichtungen für alle. Es werden also mal wieder Filme belichtet und mit einem zufälligen Partner per Post getauscht. Überraschungseffekte garantiert.

Nachdem die Teilnehmer unserer Leseraktionen in den letzten Monaten begeistert von gemeinsamen Fotoprojekte mit fremden Menschen waren, wiederholen wir es einfach noch einmal. Ändern aber die Rahmenbedingungen etwas, damit es nicht langweilig wird. Dieses Mal machen wir also analoge Doppelbelichtungen auf Mittelformatfilmen.

Mitmach-Checkliste

  • analoge Mittelformatkamera
  • ein Rollfilm
  • etwas Zeit, um zwei Filme zu belichten
  • ein paar Euro für die Entwicklung eines Films

Du hast nicht nur all das, sondern auch Lust, mitzumachen? Super. Bevor Du Dich anmeldest, lies noch den Zeitplan für die Aktion und stelle sicher, dass Du in den nächsten Wochen für alle Schritte genug Zeit hast.

Der Zeitplan

  • Bis zum 12. Mai kannst Du Dich zur Leseraktion anmelden.
  • Bis zum 19. Mai belichtest Du einen Film.
  • Bis zum 23. Mai schickst Du diesen Film Deinem Tauschpartner. Wichtige Hinweise zu den Besonderheiten beim Doppelbelichten von Mittelformat findest Du weiter unten!
  • Bis zum 2. Juni belichtest Du den Film, den Dein Tauschpartner Dir zugeschickt hat und bringst diesen zur Entwicklung.
  • Bis zum 9. Juni schickst Du uns Eure vier schönsten Bilder, von jedem Film zwei.
  • Wohl am 16. Juni zeigen wir Eure Ergebnisse hier auf KWERFELDEIN.

Soweit alles klar? Wunderbar. Dann kommen im Folgenden alle Details, die Du bei der Anmeldung beachten solltest, damit alles reibungslos über die Bühne geht. Im Unterschied zu unserer Leseraktion mit Kleinbildfilm haben wir uns nämlich ein paar Verfeinerungen überlegt, sodass möglichst viele Mittelformat-Begeisterte mitmachen können.

Die Anmeldung

Um Dich zur Leseraktion anzumelden, schicke bis zum kommenden Samstag, den 12. Mai eine E-Mail an uns, die die folgenden Angaben enthält:

  • Deinen Namen und Deine Postanschrift*
  • Angabe, welche Art Rollfilm Du da hast: Schwarzweiß, Schwarzweiß (C-41), Farbe (Gern Mehrfachnennungen)
  • Angabe, welche Art Rollfilm Du bekommen möchtest: Schwarzweiß, Schwarzweiß (C-41), Farbe (Gern Mehrfachnennungen)
  • Falls vorhanden: Link zu deiner Homepage oder einem Portfolio, auf das wir Dich bei der Präsentation der Ergebnisse verlinken

Die genauen Angaben darüber, wer mit Schwarzweiß- oder Farbfilmen arbeitet, macht diese Leseraktion hoffentlich für alle attraktiv, die daheim selbst entwickeln und sich daher z.B. auf Schwarzweiß-Filme verlegt haben. Alle anderen können beide Arten von Filmen beim Discounter entwickeln lassen – mehr dazu weiter unten.

Nach der Anmeldephase teilen wir Dir einen Tauschpartner so zu, dass Eure Filmpräferenzen zueinander passen. Wir hoffen, dass die Anmeldungen „aufgehen“ – wenn Du also beide Filmarten da hast bzw. entwickeln (lassen) kannst, umso besser.

Dieses Mal teilen wir Euch Euren Partner vor der ersten Belichtung mit. Das heißt insbesondere, dass Ihr Euch schon einmal z.B. über die verwendeten Filmempfindlichkeiten, Konzepte für Eure Doppelbelichtungen und ähnliches austauschen könnt. Oder alles dem Zufall überlassen – ganz wie Ihr möchtet.

Nun folgen noch einige technische Hinweise zum allgemeinen Vorgehen für Doppelbelichtungen, Kniffe für die Besonderheiten von Mittelformatfilm dafür und Tipps zu anderen Sachen drumherum. Bitte lest auch diesen Abschnitt noch aufmerksam, auch wenn es Euch vielleicht schon in den Fingerspitzen kribbelt.

Hinweise, Tipps und Kniffe

Was die Kamera angeht, wählt Ihr am besten eine aus, die die eingestellten Belichtungszeiten zuverlässig hält. So stellt Ihr sicher, dass bei einer Doppelbelichtung beide Belichtungen etwa gleich stark auf dem fertigen Bild zu sehen sind und nicht eine über das ganze Bild dominiert.

Es scheint keine Einheitlichkeit bei verschiedenen Kameramodellen zu geben, wo genau die einzelnen Bilder auf dem Filmstreifen liegen. Das heißt, dass Ihr mit versetzt übereinanderliegenden Bildern rechnen müsst, auch wenn Ihr beim Einlegen und Spulen sehr sorgfältig seid. Wir werden uns, was diesen Punkt angeht, von Euren Ergebnissen mit verschiedenen Kameras überraschen lassen. **

Damit die Doppelbelichtung gelingt, müsst Ihr den Film jeweils mit der halben Belichtungsstärke belichten! Also ISO 100 wie ISO 200, ISO 200 wie ISO 400 und so weiter. So landet nach zwei Belichtungen wieder die korrekte Menge Licht auf dem Film.

Wichtig bei Mittelformat: Nach der ersten Belichtung wird der Film nicht verklebt! Sondern Ihr begebt Euch mit dem Film und einer leeren Spule in einen stockfinsteren Raum (ggf. nachts), um den Film einmal umzuspulen. Den Anfang könnt Ihr bei Bedarf im Licht machen, also das Ende des Trägerpapiers in die leere Spule fädeln und ein paar Zentimeter aufwickeln.

Der Rest passiert im Dunkeln: Wickelt den kompletten Film mit Trägerpapier auf die Spule. Stramm und eng wickeln, an den Rändern zur Sicherheit ertasten, ob das Papier gerade auf die Spule läuft. Nach einem Stück Papierträger könnt Ihr auf der Unterseite das Ende des Filmnegativs ertasten. Es ist oft nicht am Papier festgeklebt, daher achtet hier ganz besonders darauf, dass Ihr es korrekt auf die andere Spule wickelt.

Das Umspulen ist übrigens aus zwei Gründen absolut erforderlich: Der Negativstreifen sitzt nicht mittig auf dem Papierträger. Ohne Umspulen eingelegt würden also einige Bilder aufs Papier und nicht auf den Film belichtet werden. Außerdem ist das Filmende oft nicht am Papier verklebt. Der Film würde sich dann nur wild in Eurer Kamera verheddern und vielleicht sogar etwas kaputt machen. Also bitte ans Umspulen denken!

Mit etwas Tesafilm verklebt Ihr die Lasche am Anfang des Films so, dass sie sich nicht von allein öffnen kann, aber Euer Tauschpartner sie zum Einlegen wieder lösen kann. Am besten verpackt Ihr den Film danach wieder in seiner Originalverpackung, so schützt Ihr ihn auf dem Posttransport besser vor Lichteinfall und Beschädigungen.

Für alle, die nicht selbst entwickeln, ein paar Worte zu den Discountern, bei denen Ihr für ein paar Euro die Filme entwickeln lassen könnt: Macht einen (großen) Vermerk auf die Auftragstasche, dass es sich um Mittelformat handelt. Falls Ihr nur Negative (ohne Prints) haben möchtet, schreibt auch das dazu. Die Entwicklungszeit beträgt bei Discountern erfahrungsgemäß ca. eine Woche, gebt Eure Filme also nicht zu spät ab.

Ihr könnt auch angeben, dass Ihr Eure Negative ungeschnitten haben möchtet. Bei einigen Discountern führt das leider zu erheblichen Verlängerungen der Entwicklungszeit. Falls ungeschnittene Negative einigen Teilnehmern aber wichtig sind, verschieben wir gegebenenfalls die Präsentation der Ergebnisse, bis alle Bilder da sind.

Gute und schlechte Erfahrungsberichte hört man zu allen Discountern. Ob man also Filme bei dm, Schlecker, Müller, Rossmann oder sonstwem abgibt, ist alles in allem eine Geschmacksfrage und auch Glückssache. Am ehesten verlässlich sind Erfahrungen, die jemand bei der gleichen Filiale gemacht hat.

Denkt auch daran, Eure Ergebnisse selbst zu scannen oder direkt beim Entwickeln scannen zu lassen, damit Ihr Eurem Tauschpartner seine Bilder und uns Eure besten Ergebnisse schicken könnt!

Zum Stöbern empfehlen wir Euch unsere letzte Doppelbelichtungsaktion, deren Ergebnisse Nummer #1 und Nummer #2 sowie die Artikel zum Thema, die eher technisch oder auch konzeptuell an das Thema Doppelbelichtungen herangehen.

Haben wir etwas vergessen oder habt Ihr noch Fragen? Dann: Einfach fragen! Am besten direkt hier in den Kommentaren, so sehen alle anderen Interessierten auch die Antworten.

~

* Eure Daten werden ausschließlich Eurem Partner für die Durchführung dieser Aktion mitgeteilt, von KWERFELDEIN nicht anderweitig verwendet und nach Abschluss dieser Aktion nicht weiter gespeichert.

** Kleines Update: Da man im Allgemeinen die Bilder mit verschiedenen Kameras nicht genau übereinander gelegt bekommt, bin ich auch nicht auf verschiedene Formate und Orientierungen eingegangen. Es sind also alle Aufnahmeformate (und auch -orientierungen) willkommen, da die Aktion ausdrücklich auf den Einfluss von Zufall setzt.

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20 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

  1. Hallo
    welches Mittelformat geht, gibt es Einschränkungen? Ich habe eine 6X7 Pentax. Die mit einer 6X4,5 gekreuzt hat sicher ein schräges Ergebnis (gewünscht?)

    • Hallo Andreas (und andere Format-Nachfrager), ich hatte mit zwei verschiedenen Kameras versucht, den Film exakt so einzulegen, dass die (in meinem Fall quadratischen) Bilder genau übereinander liegen. Sie waren aber vollkommen verschoben. Daher kommt auch meine Schlussfolgerung, dass man es im Allgemeinen nicht schafft, die Bilder bei verschiedenen Kameramodellen übereinanderzulegen, selbst wenn sie im gleichen Format aufnehmen. Dann macht es auch nichts mehr, wenn dazu noch das Format oder die Orientierung unterschiedlich ist. Ihr könnt Euch also mit allen Mittelformat-Kameras anmelden – nur keine Perfektion erwarten, sondern Zufallsprodukte.

  2. Ach hätte ich doch eine analoge Kamera *hach* — aber dann eben bei der nächsten Aktion :) Ich freu mich auf jeden Fall schon auf all die kreativen Doppelbelichtungen :) Das wird super.

  3. Klingt nett, das Format sollte aber vorher angegeben werden… ich denke auch, dass der kameratyp angegeben werden sollte, tlr`s zum beispiel transportieren den film um 90° verdreht gegenüber sucherkameras und slr`s…

    • von den beispielbildern her schaetze ich, dass mittelformat gleichgesetzt wird mit 6×6. ist sicher auch das einfachste, sich darauf zu einigen. da jede kamera andere (nicht unbedingt konstante) bildvorschuebe hat, wird das ein lustiges durcheinander geben. ich bin gespannt =)

    • Hallo Thomas, für die Beispielbilder habe ich eine Franka Solida Record (Sucher) und eine Flexaret (TLR) benutzt, die Bilder sind also auch zueinander gedreht. Das gehört mit zum Zufall dazu und kann ja auch interessant sein. Im Allgemeinen bekommt man den Film ohnehin nicht so eingelegt, dass die Bilder genau aufeinander liegen.

  4. Habe gestern meinen ersten Rollfilm bei Schlecker mit Vermerk abgegeben. Ich bat nur um die Negative + Digitalisierung auf CD. Mal sehen was ich zurückbekomme :) Falls das klappt überlege ich mir, ob ich bei dieser Aktion mitmache – auf jeden Fall hätte ich nicht wenig Lust darauf. Das mit dem Umspulen wäre vermutlich eine (nicht)heitere Angelegenheit. Allein aus der Beschreibung heraus würde ich vermutlich erstmal alles vernichten. Sehr cool wäre da ein Anleitungsvideo für die ganz doofen (wie mich ^^), die das noch nicht lange machen und wenig Erfahrung haben.

    • Hallo Sabine, ich dachte auch, dass es schwierig sein könnte, den Film umzuspulen, war dann beim Ausprobieren aber erstaunt, wie einfach es ist. Alle Beobachtungen dazu sind auch oben im Artikel eingeflossen, da ich das neulich bei meinen Testbildern ebenfalls zum ersten Mal gemacht habe. Solange es also im Dunkeln gemacht wird, kann eigentlich nichts schief gehen.

  5. Also unterschiedliche formate übereinander zu belichten halte ich für wenig sinnvoll, deswegen sollte jeder bitte auch sein format ( zb 6×6) angeben.

    Das man die bilder sowieso nicht genau übereinander bekommt, stimmt so nicht immer, hängt von der kamera ab. Meine hat ein sichtfenster und wird voll manuell gespult, dank beschriftung auf der rückseite des rollfilms kann man so die bilder sehr genau übereinander bringen.

    Eine frage noch zum ursprungstext, warum genau sollte man, wenn man den film zum entwickeln abgibt, draufschreiben das es rollfilm ist???

    • Hallo Hans. Ich behaupte nicht, dass man die Bilder partout nicht übereinander bekommt, sondern, dass es im Allgemeinen nicht geht. Ich habe z.B. für eine Belichtung die Flexaret benutzt, die kein Sichtfenster hat, sondern innen eine Markierung, an der man die Start-Markierung des Films ausrichten kann. Wenn man das macht, landen die Bilder aber um ein halbes Bild versetzt zu denen auf dem Film, die ich mit einer Kamera mit Sichtfenster gemacht habe – siehe die Fotos oben. Ähnlich wird es anderen Teilnehmern mit ebenso unterschiedlichen Kameras gehen. Daher mein Hinweis, dass im Allgemeinen mit versetzten Bildern zu rechnen ist. Und aus genau dem Grund kann man dann ebenso gut verschiedene Bildformate übereinander belichten.

  6. Blogartikel dazu: Doppelbelichtungen auf Mittelformat | the hometrail » fotografien

  7. Also ich würde sogar unbedingt unterschiedliche Formate belichtet wollen. Gerade wenn sie sehr unterschiedlich sind, sagen wir mal 645 und 6×7 (oder sogar 6×9). Einerseits könnte sich da schon direkt auf dem Negativ eine nette Diptych-Situation ergeben, andererseits ist die Wahrscheinlichkeit, dass das kleinere Format zumindest bei einigen Bildern “sauber” auf dem grösseren sitzt so erheblich grösser.

  8. Konnte nun leider doch nicht mitmachen. Habe meinen ersten Rollfilm vor über einer Woche abgegeben (Schlecker) und noch nichts bekommen. Sehr schade, aber ich wollte einfach vorher wissen, wie viel mich das kosten wird. Ich hoffe diese Aktion wird irgendwann wiederholt :)

  9. Hallo

    Ich habe heute einen Film von meinem Tauschpartner bekommen, aber zuvor keine Mail mit seiner Adresse. Dementsprechend habe ich nun leider auch keinen belichteten Film für ihn :( werde seinen jetzt erst mal belichten und entwickeln, bin schon sehr gespannt wie es wird :)

    • Hallo Thomas,
      ich hatte die Mails mit den Details zu den Tauschpartnern am 13. Mai an alle Anmeldungen geschickt, auch an dich. Check mal bitte deinen Spam-Ordner, vermutlich versteckt sich dort die Mail von mir. Sonst schreib mir nochmal, wenn du nichts findest. :)

  10. Blogartikel dazu: Doppelbelichtung « blog im Blickfeld