wüste
23. April 2012 Lesezeit ~ 2 Minuten

Neue Serie: Bilder und Geschichten

Wir mögen Bilder und wir mögen die Geschichten hinter den Bildern. Oft sehen wir ein Bild und fragen uns nach dem, was dahinter liegen mag. Wir können nur erfassen und vermuten. Wir nehmen ein Bild mit Verstand und Herz auf.

Oft ist es natürlich auch so gedacht, dass ein Bild seine ganz eigene Geschichte für den Betrachter erzählt. Aber dann gibt es Bilder, zu denen muss man die Geschichte erzählt bekommen. Das sind dann zwei Dinge, die gehören unweigerlich zusammen. Und diese Verbindung finden wir unheimlich spannend.

Wir haben also bereits angefangen, für diese neue, lose Serie unsere bisherigen KWERFELDEIN-Autoren anzuschreiben und mal nachzufragen, ob sie in ihrem Schatzkästchen nicht ein Bild aufbewahren, zu dem sie uns gern die Geschichte erzählen wollen.

Und da der, der nachfragt, auch anfangen muss, kommen hier mein Bild und seine Geschichte:

Wir befinden uns irgendwo in der ägyptischen Wüste. Wir sehen einen Bagger mit Sand und einen Ägypter, der dem Treiben mit scheinbarer Ruhe und Gelassenheit zuschaut. Was passiert da eigentlich?

Es ist der Ausschnitt einer Ausgrabung in Ägypten. Bagger werden dort nur sehr selten eingesetzt. Hier war der Bagger aber hilfreich. Gerade wurde nämlich außerhalb des Bildausschnitts eine antike Anlage freigelegt, die sich einige Meter unterhalb des Sandes befindet.

Auf dem anderen Teil der Anlage befand sich allerdings eine große Sanddüne. Um einen weiteren Teil der Anlage freizulegen, hätten Arbeiter noch ein paar Wochen den Sand wegtragen müssen. Man setzte also eine andere Kraft ein und sieht auf dem Bild, wie der Bagger die Sanddüne Stück für Stück abträgt. Er bringt also keinen Sand, sondern fährt rückfährts.

Der Mann im Kaftan ist der Aufseher der ägyptischen Arbeiter und gibt dem Fahrer Anweisungen, wohin er fahren muss, denn hinter dem Aufseher befindet sich schon ein riesiges Loch mit der ausgegrabenen antiken Anlage.

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Wir hoffen, die Idee der Bilder & Geschichten gefällt Euch. Ihr dürft auf Weiteres gespannt sein.

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12 Kommentare

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  1. Interessanter Ansatz, bei dem man sich aber fragen muss, ob man Bilder zeigt, zu dem man Geschichten ergänzend erzählen will oder ob es Bilder sind, bei dem Geschichten dazu notwendig sind.

    Dein Bild hat auf jeden Fall auf die Geschichte dazu neugierig gemacht.

  2. Wunderbare Idee. Ist diese Rubrik nur für Eure Autoren offen oder auch für Eure Leser. Mir fällt nämlich spontan ein Bild von mit ein mit einer meiner Meinung nach ganz interessanten Geschichte danach, nicht dahinter. Interesse?
    LG, Susanne

    • Hallo Susanne, der Übergang zwischen “Autoren” und “Lesern” ist immer fließend. Wobei wir in dieser Serie Autoren Bilder vorstellen lassen wollen, die durch ein Interview oder einen Artikel schon genauer bekannt sind, damit man das einzelne Bild auch vor weiteren Gedanken des Fotografen betrachten und es ins Gesamtwerk einordnen kann. Du bist aber – ebenso wie alle anderen Leser – herzlich eingeladen, mit einem eigenen Artikel Autor zu werden.

  3. Sehr schöne Idee!

    Für einen Artikel reicht es bei mir nicht (zeitlich *räusper*),
    aber oft sind es die schlechten Bilder (hier besteht kein Bezug zu dem Bild oben) die die spannenden Geschichten erzählen.

    Mein schlechtes Bild schaut so aus:
    http://www.flickr.com/photos/mostlytim/4615934702

    Und die Geschichte dahinter stichwortartig:
    Gorilla-Tracking in Uganda. Ein Tracker schlägt uns den Busch frei damit wir
    den Silberrücken fein ablichten können. Plötzlich macht der Kerl einen Satz rückwärts (gefühlte 5 m). Und sieh an sitzt da eine Buschviper – die uns
    leider nur ihre Schwanzspitze zeigt.

  4. Die Geschichte zum Bild ist interessant, das Bild selbst transportiert die Geschichte allerdings nicht. Nun ist natürlich die Frage, ob es das überhaupt muß oder sollte. Wie auch immer: Zusammen betrachtet ist es schon spannend…

  5. Halo Marit,
    eine wirklich gute Idee und speziell bei Deinem Bild ist die Geschichte dazu eine hervorragende Ergänzung.
    Schade finde ich nur, dass man offensichtlich wieder einmal schon einen Namen haben muss, um mitzumachen. Also ist auch dieses Projekt nur für VIP’s.
    Manchmal frage ich mich wirklich, wie man sich einen Namen machen soll, wenn man immer nur aktiv werden darf, wenn man schon einen hat.
    Einen Namen habe ich auch, leider, leider aber keinen nahmhaften, bekannten. Trotzdem gebe ich natürlich nicht auf, das ist für mich Ehrensache!!!
    Lieben Gruß
    moni

    • Hallo Moni, bitte nicht gleich aufregen. :)
      Wie ich Susanne weiter oben schon geschrieben habe, kann im Grunde jeder Autor werden. Es hat also nichts mit ungerechter VIP-Behandlung zu tun, sondern mit dem Konzept der Artikelserie an sich (siehe auch mein Kommentar oben). Wir machen auch immer wieder verschiedene dedizierte Leseraktionen, daran sollte es also nicht mangeln.

    • aber kwerfeldein ist doch keine photo-community, sondern ein redaktionelles blog. die kritik geht fuer mich daher am thema vorbei. allerdings finde ich, dass hier die meisten kommentare explizit aufmerksamkeitsfordernd sind, vielleicht wegen dieser fehlwahrnehmung.

  6. So ein bisschen muss ich Moni Recht geben. Ich habe einfach keine Zeit, hier Autor zu werden, zumal ich den ganzen Tag und die halbe Nacht nichts anderes mache als zu schreiben, damit verdiene ich mein Geld. Da bleit keine Kapazität mehr, für andere zu schreiben, leider. Die Idee mit dem Foto und der Geschichte dahinter ist dennoch gut, also werde ich sie für mein Foto mit meiner Geschichte einfach übernehmen und das Ganze auf meinem Blog veröffentlichen. Denn wie heißt es so schön: Gut geklaut ist besser als schlecht ausgedacht. Natürlich gibt’s dazu noch einen Link zu dieser neuen Serie hier, ist doch selbstverständlich.
    LG, Susanne

  7. Ein faszinierendes Bild für mich.
    Der Farbkontrast zwischen dem bläulichen Hintergrund, dann der gelbe Sand wiederum mit einem bläulichen Farbpunkt. Die Figur die in der Verlängerung der zwei waagerechten Linien im unteren Bildrand steht und der ‚Bagger‘ (oder was auch immer), der sich auf der Diagonalen bewegt. Tolle Komposition! Ich fühle mich in einen der ‚Star Wars‘ Filme versetzt. In meinem Kopf entsteht eine ganz andere Geschichte. Der weise Mann der mit Weisheit und Willenskraft, der der Maschine also der rohen Kraft gegenübertritt. Wer auch immer gewinnt, was auch immer dabei raus kommt.
    Tolles Foto und schön, die Entstehungsgeschichte gelesen zu haben.