sportfotografie, tipps
11. November 2010 Lesezeit ~ 6 Minuten

Tipps zur Sportfotografie

Immer wieder werde ich von Fotografie-Interessierten gefragt, wie sie gute Sportbilder machen können. Der Einstieg in die Sportfotografie ist oft der Anlass, den Sohn oder die Tochter bei der Ausübung ihres Sportes aufzunehmen oder bei einem Firmenevent das fotografische Festhalten eines Turniers. Wenn eine Antwort irgendwo hinpasst, dann hier bei Kwerfeldein, denn hier wird es wenigstens gelesen :)

Einleitend möchte ich darauf hinweisen, dass professionelle Sportfotografie eine Materialschlacht ist. Die Bilder, die ihr tagtäglich in Zeitungen seht, sind in der Regel von erfahrenen Fotografen mit Equipment aus dem fünfstelligen Eurobereich vor ihrem Auge gemacht. Also geht bitte nicht mit der falschen Erwartungshaltung an euren Versuch, Sport zu fotografieren. Es geht auch ohne entsprechendes Equipment, aber eben anders.

Frische Tipps zur Sportfotografie von Stefan Groenveld

Wenn ihr euch die Bilder zu diesem Artikel anschaut, dann sind das sicherlich nicht die tollsten Sportbilder, die ihr jemals gesehen habt, aber ich habe bewußt Bilder von mir ausgesucht, die mit “normalen” Optiken fotografiert wurden. Nur das Kopfballbild ist mit einem langen Tele fotografiert, alle anderen mit Brennweiten bis 200mm (am Vollformat). Eins habe ich sogar mit einer manuellen Optik, also ohne Autofokus, aufgenommen.


Nachfolgend beschreibe ich Problemfälle bei der Sportfotografie und wie ihr sie lösen könnt.

Um sportliche Bewegungen adäquat festhalten zu können, sind relativ kurze Belichtungszeiten notwendig. Unter einer 1/500 Sekunde würde ich es erst gar nicht versuchen. In der Bundesliga habe ich manchmal noch bei 1/800s Bewegungsunschärfen im Bild. Positive Auswirkung dieser Belichtungszeit ist, dass ihr keine teureren Objektive mit Verwacklungsschutz braucht.

Es gibt eine wichtige Voraussetzung beim Hallensport, aber auch bei Spielen unter Flutlicht. Da braucht ihr einfach ISO2000 – mindestens. Wenn ihr keine Kamera habt, die bei diesen ISO Werten brauchbares auf den Sensor bannt, dann wird es sehr sehr schwierig etwas scharfes zu fotografieren. Tipp: lebt mit der Bewegungsunschärfe und baut sie in das Bild ein. Ein Laufduell kann so prima fotografiert werden, ein Kopfballduell eher nicht.

Frische Tipps zur Sportfotografie von Stefan Groenveld

In der Regel werden Sportbilder mit großen Brennweiten fotografiert. Zum einen kann ich so einen Zweikampf auch im Mittelfeld fotografieren und da es sich um Objektive mit großer Offenblende handelt, kann ich so den Zweikampf auch schön vor dem meist unruhigen Hintergrund freistellen. Wenn ich ein solches Objektiv nicht habe, dann darf ich auch solche Fotos nicht erwarten.

Mein Tipp: probiert es hinter dem Tor und wartet auf einen Angriff. Im (Fussball) oder am (Handball) Strafraum klappt es auch mit einem kleinen Tele. So sind zum Beispiel 85mm am Crop für Handball eine tolle Brennweite für kampfbetonte Bilder am Torraum.

Meistens ist der Sport, den ihr fotografieren wollt, schnell. Kurze Belichtungszeiten sind das eine, aber viel wichtiger ist eigentlich die Auslöseverzögerung der Kamera. Als Beipiel erwähne ich gerne, dass ich bei meinem ersten Eishockeyspiel bei 9 Bilder pro Sekunde trotzdem nur ein Bild mit Puck hatte. Probiert mal bei einem Fussballspiel ein Bild beim Kopfballduell zu machen, bei dem der Ball möglichst nah an den Köpfen ist.

Fotografiert hochkant. Ihr werdet überrascht sein, wie oft ihr anfänglich sicher seid, dass der Ball auf dem Bild ist, aber beim Blick auf’s Display feststellen müsst, dass der Ball nicht zu sehen ist. Tipp: ihr müsst den Sport kennen, den ihr fotografiert. Nur so habt ihr eine Chance gegen die Auslöseverzögerung der Kamera zu gewinnen.

Frische Tipps zur Sportfotografie von Stefan Groenveld

Bei einem hochklassigen Fussballspiel mache ich in 90 Minuten rund 1500 Bilder. Vielleicht 5% der Bilder verschicke ich an Zeitungen. Wenn ich Glück habe, ist ein Bild so gut, dass ich es mir ohne aktuellen Bezug auch noch in einem halben Jahr anschaue. Mein Tipp für euch: fotografiert viel, aber seid sehr sparsam mit dem Zeigen. Der Ausschuss ist riesig. Na, und? Ist doch digital :)

Ich würde euch auch empfehlen, in JPG zu fotografieren und nicht in RAW. Zum einen bekommt eure Kamera vermutlich so mehr Bilder pro Sekunde hin und zum zweiten schmeisst ihr eh mindestens 90% weg. Und es ist sinnvoll im M-Modus zu fotografieren. Bestimmt anfänglich die Belichtungszeit und stellt die einfach auf eurer Kamera ein. Dann seid ihr nicht vom Hintergrund abhängig.


Frische Tipps zur Sportfotografie von Stefan Groenveld

Problem 1: schnell ziehende Wolken bei Sonnenschein. Lösung? An den Einstellungen rumschrauben oder in bestimmten Situationen einfach nicht fotografieren. In der Regel ist die Situation vorbei, die ihr fotografieren wollt, bis ihr die richtige Einstellung gefunden habt. Trost: wenn die Automatik das nicht schafft, wieso dann Du (hier ein Spezialtipp für Leute mit Profibodys)?

Problem 2: Flutlicht. Das ist in den Ecken oft eine Blende und mehr dunkler als in der Mitte. Da es hier aber nicht so starke Unterschiede im Hintergrund gibt – der in der Regel dunkel ist – könnt ihr hier die ISO Automatik oder Blendenautomatik verwenden. Ihr müsst nur die richtige Belichtungskorrektur finden und einstellen.

Single Shot oder High Speed? Da bin ich unschlüssig. Beides hat Vor- und Nachteile. Probiert aus, was euch besser liegt.

Frische Tipps zur Sportfotografie von Stefan Groenveld

Und nehmt genügend Speicherkarten mit. Ca 30% der Bilder entstehen in den letzten 10 Minuten. Die Dramatik der letzten Spielminuten kann die besten emotionalen Momente bringen. Wäre schade, wenn ihr da keine Speicherkapazität mehr habt.

Weiterhin solltet ihr beachten, die Bilder möglichst aus tiefer Kameraperspektive zu machen. Nehmt euch einen Campinghocker mit. Ist bequemer für euch und sieht auf den Bilder besser aus.

Achtet bei eurer Position auch auf den Hintergrund. Teleobjektive holen entfernte Dinge nah ran und bei “preiswerteren” Objektiven ist die benötigte Blende für scharfe Bilder eventuell so klein, dass auch der Hintergrund scharf ist. (Stichwort: Hyperfokaldistanz!) Da lenkt es den Betrachter des Bildes schnell ab, wenn irgendwas aus dem Körper des Sportlers wächst. Es gilt das gleiche, wie auch bei Portraitfotos – aber es ist schwieriger umzusetzen.

Zum Schluss noch ein ganz wichtiger Tipp: lösen. Und zwar von der eigentlichen Situation. Gerade bei großen Spielfeldern bekommt ihr den Zweikampf auf der anderen Seite einfach nicht vernünftig fotografiert. Ärgert euch nicht. Ist so. Schaut dann, was um euch herum passiert. Vielleicht passt das Bild dann auch. Fluchende oder jubelnde Zuschauer können auch ein gutes Bild ergeben.

Frische Tipps zur Sportfotografie von Stefan Groenveld

Nachtrag: obiges gilt hauptsächlich für Ball- und Mannschaftssportarten. Motorsport ist zum Beispiel viel einfacher zu fotografieren, weil es einfacher ist mit längeren Belichtungszeiten zu arbeiten – die Bewegungen sind in der Regel leichter vorherzusehen. Hier gebe ich gerne die Tipps sich in Kurven zu stellen, denn da sind die Fahrzeuge langsamer als auf Geraden, und als Einstiegsbelichtungszeit den Kehrwert der Geschwindigkeit zu wählen.

Gut ist es, im Inneren der Kurve zu stehen und da eher am Kurvenausgang – besonders bei Motorradfahrern: achtet einfach, auf welchen Punkt der Fahrer am Ende der Kurve schaut, da stellt ihr euch hin. Nehmt einen besonders tiefen Kamerastandpunkt ein, am besten ihr legt euch hin.

Achtet bitte immer auf eure eigene Sicherheit. Schon ein Handball kann – an den Kopf geworfen – sehr weh tun. Und sprecht eure Standorte im Zweifelsfall mit Veranstalter und/oder Sportler ab. Die freuen sich übrigens in der Regel über tolle Bilder. Manchmal entstehen so interessante Möglichkeiten. So darf ich zum Beispiel nächstes Jahr die Hochzeit eines Kickboxers fotografieren…

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44 Kommentare

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  1. Um Sportfotografie habe ich bisher weitestgehend einen großen Bogen gemacht. Natürlich bedingt dadurch, dass ich weiß, was man optimalerweise minimal an Equipment zur Verfügung haben sollte, auf der anderen Seite, weil ich auch einfach lange Zeit keinen sonderlich großen Bezug zu irgendeiner Sportart hatte.

    Inzwischen hat sich zumindest der zweite Teil wieder verändert und meine kindliche Liebe zum Fußball feiert sein Comeback.

    Angespornt durch diesen Artikel (mit wirklich guten Hinweisen, wie ich finde) werde ich wohl doch meine Kamera mal zum kicken auf dem Bolzplatz (da kennt man mich und weiß, dass ich fotografiere) mitnehmen und versuchen im Flutlicht ein paar spannende Aufnahmen zu machen.

  2. Ein sehr hilfreicher und informativer Artikel! Auf sowas habe ich schon immer gewartet! Endlich mal einer, der es geschafft hat, mir einen guten Einblick in die Sportfotografie zu geben, ohne groß drum herum zu reden! Die Bilder sind echt genial! LG

  3. Sehr cooler Artikel!
    Geballtes Wissen kurz und knapp auf den Punkt gebracht! Sowas lob ich mir…
    Einziges Detail das mir fehlt: Bildrechte (z.B. von den Zuschauern) und die passende Blende. Ist f2,8 besser als z.b. f4,0 für Sportfotografie?
    (Ich weiß, ist alles Situationsabhängig, aber trotzdem: Was wäre besser?)

    • Bildrechte ist eigentlich ein separates Thema. Nur kurz: eigentlich darfst Du Zuschauer fotografieren, aber ich bin da immer sehr zurückhaltend. Auf meiner Seite findest Du aber zum Beispiel ein Bild vom Spiel FC St. Pauli gegen den HSV, bei dem die Zuschauer einfach das Bild ausmachen. Da muss das dann schon mal sein – finde ich.
      Blende: mmmhhhhmmmm! Wenn Dein AF schnell genug ist und die Linse offenblendig scharf ist, dann nimm die größte Blende, die Du wählen kannst. Umso besser kannst Du freistellen.

    • Ich komme an die Events ran, weil ich da hingeschickt werde :)
      Für den Anfang ist es sicherlich sehr gut, beim lokalen Fussballverein vorstellig zu werden. Wenn es nicht gerade ein Bundesligaverein ist, freut sich die Mannschaft bestimmt über packende Bilderserien.

    • Ich habe eine Zeitlang mal mit Freunden Actionsport fotografiert – darunter Eisspeedway und Rugby. Bei letzterem ist es tatsächlich ganz einfach sich einen lokalen Verein zu suchen, da anzurufen und zu fragen, wann die ein Spiel haben. Da kommt man dann meistens direkt an den Spielfeldrand heran. Und die Vereine freuen sich über tolle Bilder.
      Das was Stefan aber schon angesprochen hat, gilt unbedingt: Aufpassen, das man nicht versehentlich ins Gemenge gerät.

  4. Guter Beitrag!

    Den Blog von Stefan Groenveld habe ich schon seit einiger Zeit in meinem “Diese Blogs schaue ich regelmassig- Verzeichnis”. Schön nun mal was über die Arbeitsweise bzw. Tipps zu lesen.

    Danke

    PS: aus gegebenen Anlass (11.11) “Kölle Alaaf” :-))

  5. Das Problem, das ich bei meinen bescheidenen Versuchen beim Fußball immer habe: verfolge ich mit der Kamera permanent das Spielgeschehen oder warte ich -sozusagen- bis das Geschehen in mein Blickfeld kommt. Daraus resultiert natürlich die Frage: wie am besten scharf stellen ?

    Ansonsten danke schön für den guten Bericht.

    • Du musst natürlich erst ein Gefühl dafür entwickeln, wann das Geschehen für Dich und Dein Objektiv umsetzbar ist, aber dann reicht es, wenn Du nur dann durch das Objektiv schaust, wenn es auch etwas zu fotografieren gibt. Bei einer langen Brennweite, gibt es für Dich ständig was zu fotografieren, bei einer kurzen eher selten.
      Scharf stellen würde ich mit dem ganz normalen Autofokus. 3D-AF bringt Dir nur bei gradlinigen Sportarten was – beim Fussball also nicht.

  6. Klasse Bericht ! Danke. Ich fand zwei Punkte besonders interessant. 1) hochkant zu fotografieren (gefühlsmäßig hätte ich gedacht, die meisten Sportfotos, die man so siehr, sind waagerecht…aber das können natürlich auch Crops sein) 2) Daß nur 5% zu gebrauchen sein sollen … In meiner naiven Wahrnehmung dachte ich immer, eine Profi-Speicherkarte ist voll von perfekten Bildern.

    Viele Grüße, Rainer

    • Bei dem Layout des Textes ist da wohl ein Absatz zu viel reingekommen. Mir ging es darum, bei der Übung Kopfbälle zu fotografieren, die Kamera hochkant zu nehmen.
      Grundsätzlich ist es aber so, dass Du Bilder von Spielern immer quer und hoch anbieten können musst, damit die Layouter der Zeitungen es einfacher haben.

      Übrigens: die Profi-Speicherkarte ist natürlich voll von perfekten Bildern, aber nicht jedes Bild ist verwertbar ;)

  7. Das einzige was ich bis jetzt über Sportfotografie wusste ist das, was du gleich am Anfang sagst: Es ist eine Materialschlacht… Aus diesem Grunde habe ich mich nie drangetraut, von ein paar Bilder bei der Schulolympiade mal abgesehen… Vielen Dank für diese präzise Übermittlung von Wissen und die Ermutigung es auch mit “normalem” Equipment zu versuchen!

    Beste Grüße, Florian

  8. Vielen Dank für die Tipps.
    Ich betreibe auch Sportfotografie als Hobby, ausschließlich Fußball.
    Für mich ist meist das größte Problem, dass ich versuche, jede Szene festzuhalten und immer dem Ball nachfolge. Besonders für Kopfballduelle im Mittelfeld ist’s dann schwer zu erahnen, wo der Ball als nächstes gespielt werden wird und rechtzeitig dort zu fokussieren.
    Da ich immer nur befreundete Teams fotografiere stelle ich auch viele Bilder rein, die vielleicht nicht so klasse sind, aber dennoch ein wenig Action darstellen. Es wird dann immer mehr eine Dokumentation, Geld gibt’s ohnehin nicht dafür. Aber sie freuen sich drüber und das ist auch schon was :).
    Für den Winter steige ich jetzt eh auf den Camcorder um, da bei mir ab ISO400 schon fast nichts mehr geht :(.

  9. Sehr informativer Beitrag!
    Endlich verschafft mal ein Insider einen Blick in diese Sparte der Fotografie, ohne daß sich ein Anfänger dabei überfordert fühlen muss. Sehr ansprechend! Sehr interessant auch die Ausführungen zu der vermendlichen Materialschlacht, ohne die es anscheinend auch geht.

    Das motiviert! Vielen Dank!

  10. Stefan, das war ein mehr als gelungener Beitrag und Du hast meiner bescheidenen Meinung nach in wenigen Worten viele Knackpunkte dargestellt und mit Tipps verbunden!
    Noch ein Tipp an diejenigen, die gerne Sport oder Action fotografieren möchten, jedoch meinen, ihre Ausrüstung sei dafür nicht geeignet: lasst Euch davon nicht abhalten! Probiert es einfach! Ihr werdet sehen, es kann trotzdem Spaß machen ;-) Mit der Zeit entstehen auch auf diese Art und Weise interessante Bilder (manchmal auch ein Stück rechts oder links von der Action) und man hat auf jedenfall Gelegenheit, zu üben (… um dann vielleicht mit einem zukünftigen Equipment gut präpariert zu sein).

    Viele Grüße, Klaus

  11. Wieder was gelernt :) Trotz einer Vielzahl an Artikeln und Seiten über Sportfotografie gibt es eben immer noch etwas, was man noch nicht weiß.

    @Stefan, wie sieht bei dir der Workflow aus beim Bilder verarbeiten, speziell: wie bearbeitest und schärfst du die Bilder die du verschickst, jedes Bild separat, oder hast du da fertige PS-Scripts o.ä.?

    • Die Bilder werden outofcam verschickt – eigentlich wird nur ein Ausschnitt gewählt. Selten muss ich ein Bild gerade rücken. Für PS oder so ist keine Zeit. Ich verschicke die Bilder ja direkt vom Spielfeldrand aus und muss die ja auch noch auswählen und beschriften. Davon abgesehen habe ich gar kein PS :)

  12. Toller Beitrag. Ich selber fotografiere seit rund 3 Jahren Unihockey (in Deutschland neu Floorball genannt). Da würde es mit einer “normalen” Kamera, respektive einem “normalen” Objektiv gar nicht gehen. Denn in den Hallen gibts nicht immer das optimale Licht, manchmal sind die Hallen auch relativ dunkel, da sie noch mit Holztäfer bekleidet sind.

    Auch ist es beispielsweise beim Unihockey nicht einfach, weil da zwei Schiedsrichter sind, welche auch mal vor der Linse durchlaufen. Eine weitere schwierigkeit ist es, dass man den ballführenden Spieler oder Spielerin erwischt. Da sind ja dann meist noch 9 andere SpielerInnen.

    • Hi, Claudio! Danke, dass Du mich bei Twitter auf Deinen Kommentar aufmerksam gemacht hast.
      Fotografieren heißt Problem lösen, nicht sie suchen ;)
      Ich habe auch schon Europapokal fotografiert, da hast Du 6 Schiedsrichter und die Auswechselspieler, die vor Deiner Linse rumlaufen. Na, und? Beim Filmen würde das stören, beim Fotografieren brauchst Du nur wenige Augenblicke freies Feld.
      Aber es ist schon klar, dass Du hohen ISO Zahlen brauchst. Wenn ich mal in Deiner Nähe bin, gehen wir mal zusammen da hin – ok? :)

  13. Super aufschlussreicher und informativer Artikel. Vielen Dank für die zahlreichen Tipps.

    Zwei Fragen:

    1.) Nochmal wegen dem Autofokus: zentraler Kreuzsensor, denzentraler (Kreuz)sensor (soweit vorhanden) oder Automatikwahl?

    2.) Warum Vollformat? Ist es das bessere Rauschverhältnis? die tendenziell robustere Verarbeitung/Body? Denn mit dem Crop wäre man doch “näher dran”?

    Gruss aus Zürich, Martin

      • Mal schauen:
        1) auf keinen Fall Automatikwahl – woher soll die Kamera wissen, wer bei 5 Leuten im Bild der Ballführende ist. Kreuzsensoren sind bei schlechten Lichtbedingungen sicherlich hilfreicher.
        Selten fotografierst Du formatfüllend, von daher kannst Du den Sensor wählen, der am besten und sichersten Scharf stellt – hinterher schneidest Du dann sinnvoll.
        2) Vollformat habe ich nur im Zusammenhang mit der Brennweite erwähnt, damit klar ist, was ich meine.
        3) kenne mich mit den Canon Begrifflichkeiten nicht so aus. Ich nutze den kontinuierlichen Autofokus und habe Auslöser und Autofokus entkoppelt. So komme ich am Besten zurecht.

        Hoffe ich konnte Dir weiterhelfen…

  14. Hi,

    Durchaus brauchbarer Artikel.

    Eine Sache fehlt mir allerdings ;-)
    Eine einfache und auch halbwegs günstige Möglichkeit einen Tick mehr Schärfe in seine Sportbilder zu bekommen ist die Verwendung eines Einbein – Stativs.

    Ansonsten –> manuelle Fokuspunktwahl, M-Modus an der Cam, AF-C & viel Übung ;-)

    Aber es ist immer wieder schön zu sehen, dass man nicht allein ist mit der Tatsache 90% der Sportfotos zu löschen!

    Wie ich immer sage “kost ja nix – ist ja digital” ;-)

  15. Sportfotografie gehört nicht zu meinem Spezialgebiet. Eigentlich das Gegenteil ist der Fall. Als Produktfotograf bewegen sich die meisten Objekte nicht und man hat alle Zeit der Welt.
    Schau trotzdem gerne wieder Berufskollegen über die Schulter. Danke für diesen informativen Beitrag.

  16. zum Einbeinstativ:

    habe ich einmal versucht, beim Handball ein zu setzen – nie wieder. War eigentlich mehr im Weg und nicht hilfreich, da ich mich scheller um die eigene Achse drehe als um das Stativ herum.

    Ansonsten: sehr informativer Artikel und dafür ein grosses Danke an Stefan.

    Thierry L.

  17. Hallo

    ich hab den Artikel jetzt schon ein paar mal gelesen und er hat mir sehr geholfen. Sportfotografie finde ich etwas sehr faszinierendes. Ich bin noch in den Anfängen aber ich merke wie es von mal zu mal besser wird.

    Konnte die Tipps gut umsetzen……Danke

    Gruß
    Ralf

  18. Hallöchen……..habe einen Sohn der sehr erfolgreich Fußball spielt. Nun soll ich für die Bilder und somit auch Erinnerungen sorgen.
    Jetzt habe ich (Anfänger) eine NIKON 5100 mit einen 18-200 Sigma 3.5-6.3 HSM OS gekauft. So…und jetzt geht es in die Hallen mit schlechten Licht. Mit den Bildern im Sportmodus waren der Ball und schnelle Bewegungen nicht richtig eingefangen. So möchte ich jetzt im Manuellen Modus knipsen. könnten sie mir bei den werten vorab etwas helfen? viele schreiben immer ISO 1600 und Verschlußzeit um 1/500s………………..wie is da ihre Meinung?

    • Bei Iso 1600 Rauschen einige Kameras gewaltig, d.h. Sie haben auf einmal viele kleine Farbtupfer in dunklen Ecken, die da gar nicht hingehören, weil die Kamera sich die Bilder bei diesen Iso-Werten schön rechnet. Allerdings kenne ich Ihre Kamera persönlich nicht. Mag sein, dass da Iso 1600 noch gehen. Man könnte es mit einem Blitz versuchen, bringt aber nur etwas, wenn der auch bei kürzeren Verschlusszeiten als 250tel reagiert. Viele Sporthallen haben in der Beleuchtung mehrere Schaltstufen. Natürlich wird in den Kommunen gespart. Aber vielleicht lässt sich der Hallenwart mit ein paar netten Worten auch mal überzeugen, das beste Licht herzustellen. Ich fotografiere meistens in einer mit Neonlicht gut beleuchteten Halle beim Handball mit einer 50er Festbrennweite und Blende 2.2 bis 2.4, ISo 800 und 1250tel mit einer Canon EOS 40 D.
      Hab an dieser Crop-Kamera auch schon ein 85 er probiert, das war mir zu eng beim Handball. Mit dem 50er Objektiv bekommt man alles sehr gut mit, was am Kreis passiert. Auch beim Hallenfußball setze ich das am liebsten ein. Von den lichtstarken Gläsern ist die 50er FB mit knapp 300 Euro das preiswerteste bei Canon. Kann mir vorstellen, dass es sowas auch bei Nikon oder anderswo gibt. Mit einem 18-200 Zoom würde ich in der Halle nicht so gern fotografieren.
      Ich würde mich immer verleitet fühlen, den Zoom auch zu nutzen. Aber der Lichtabfall zum Ende hin würde mir den Spaß wieder vermiesen.
      Frage an Tamron: wann kommt das Superzoom von 15 – 500 mit Bildstabilisator und durchgehender Lichtstärke von 1.0? :-)
      Kosten darf es auch nix!

  19. Gut zusammengefasst! Die o.g. Tipps stimmen weitestgehend mit meinen Erfahrungen beim Fotografieren im Sport überein.

    Aber hier noch ein wichtiger Hinweis von mir:
    Vergesst den sogenannten Sportmodus an Euren SLR-Kameras!
    Der ist gerade für schnelle Sportarten in den meisten Fällen, vor allem bei schlechtem Licht,
    Völlig unbrauchbar, weil die Automatik die Einstellung zugunsten einer kleinen Blendenöffnung und damit meistens zu Lasten der Verschlusszeit regelt.
    Und das machen sie fast alle, egal, ob Canon oder Nikon.
    Da liefert einem die Cam an einem trüben Vormittag im November Aufnahmen von einem Crosslauf mit einer 60. Sekunde. Sowas kann man dann einer Zeitung kaum noch anbieten, es sei denn, der zuständige Redakteur ist Kunstliebhaber :)
    Modus M am Einstellrad und alles selber einstellen ist immer noch besser als jede Automatik, auch wenn man ab und zu mal nachlegen muss

  20. Dennoch frage ich mich immer noch, was nutzen erfahrene Fotografen?
    Spotmessung – Mehrfeld, oder Matrixmessung….?
    Dynamischen AF oder immer manuellen AF…?

    Welche Objektive müssten es doch mindestens sein bei Indoor?
    F 2.8 – F 1.4

  21. hi!
    super von dir deine Erfahrung hier weiterzugeben! Hast du auch Erfahrung mit Sport in der Halle (Reitsport) – wenn das Hallenlicht nicht ausreicht bekomm ich sehr viele Fotos die ‘rauschen’ und da ist es unterschiedlich welche Farbe das Pferd hat…. rotbraun wirkt unscharf und pixelig weiß hingegen ist scharf und nicht pixelig….
    hab mir neulich ein Video vo einem Westernreiter beim Turnier angesehn – und plötzlich kam ein Blitz der so grell war, dass im Video alles weißgelb war. was sind das bitte für Geräte?
    Vielleicht hast ja einen Tip für mich wie ich meine Tochter besser fotografiere….
    LG Thomas

  22. … hab selbst so meine Schwierigleiten mit der Sportfotografie und werde die Tipps mal durchprobieren. Sehr fasziniert war ich in den letzten Monaten von den “Sportfotos” von Arjen Mulder (siehe Website Link). Er hat zwei voneinander unabhängige Welten verbunden und in Szene gesetzt. Sehr schön.