Kwerfeldein
12. Mai 2010 Lesezeit ~ 4 Minuten

In Lightroom verursachten (unnötigen) Speicherplatz sparen


Wer eine kleine (oder große) Festplatte hat, der weiß, wie rar so manches Megabyte Speicherplatz sein kann. Selbst, wenn man alle Fotos auf externen Platten sichert, müllen neue Programme, Musik und anderes die Platte zu. Und Adobe Photoshop Lightroom* ist dabei kein Unschuldslamm.

Warum das so ist, das möchte ich in diesem Artikel einmal zeigen und auch gleich drei Lösungsvorschläge anbieten, wie wir hier unnötig verursachten Speicherplatz einsparen können. Mit Sicherheit sind die folgenden Tipps trivialer Natur und so mancher Lightroom-Profi wird alle Punkte kennen (und besser erklären können, als ich).

Doch ich selbst habe so manche Punkte hier lange Zeit “vergessen” und bin froh, mal wieder einwenig Platz geschafft zu haben. Wer das auch tun mag, kann also gerne weiterlesen.

Wie und wo Lightroom Backups speichert


Wie ihr (hoffentlich) alle wisst, werden im Lightroom Katalog Eure Einstellungen, die ihr vorgenommen habt, gespeichert. Als Ort ist dafür (PC: eigene) Bilder/Lightroom dafür vorgesehen.

Öffnet ihr diesen Ordner, findet ihr zwei Dateien:

*.lrcat:  Katalogdatei, die alle Änderungen und Informationen enthält.
*.lrdata: Hierin werden die gerenderten Vorschaubilder gespeichert.

Die erste Datei, also die Katalogdatei mit Euren Einstellungen wird in (un)regelmäßigen Abständen von Lightroom gesichert. Wie oft das passiert, könnt ihr in Euren Katalogeinstellungen festlegen.

Wie ihr seht, ist da bei mir “bei jedem Start” eingestellt. So werde ich bei jedem Programmstart von Lightroom gefragt, regelmäßig an das Backup erinnert. Das funktioniert für mich gut, aber ihr habt da sicher eine Lösung gefunden, die für Eure Arbeitsweise passend ist. Wichtig ist, dass es passiert (1).


So weit, so gut. Eigentlich ist das bisher für jeden aktiven Lightroom-Nutzer nichts neues. Nun bin ich von Matt Kloskowski kürzlich daran erinnert worden, dass sich über die Länge der Zeit einige Backup-Daten sammeln und zwar unter Bilder/Lightroom/Backups. Bei mir sah das gestern noch so aus:


Überflüssige Backup-Dateien löschen

Jeder Ordner ist nach seinem Datum benannt und enthält eine Katalogdatei. Ihr könnt also auch hier sehen, wann ihr Euer letztes Backup gemacht habt. Ich habe das Fenster absichtlich nicht ganz ausgefahren, um hier einwenig Platz zu sparen.

Und Platz sparen kann man auch, in dem man, wer hätte es gedacht, einen Großteil der angesammelten Ordner… löscht. Aber halt!

Ich möchte nicht empfehlen, gleich alle Backups bis auf die Aktuellste zu löschen. Denn wenn diese Datei kaputt ist (ja, sowas gibt es), hat das schwerwiegende Folgen. Somit würde ich sagen: Lieber die letzten 2 oder 3 Backups bestehen lassen. Diese können im Idealfall auch auf einer externen Festplatte gesichert werden. Denn bei einem Total-Rechner-Chrash sind selbstverständlich auch alle Lightroom-Backups futsch.

Um weiteren Platz auf der Festplatte zu sparen, bietet sich folgender Schritt an:

Backup-Dateien zippen

Habt ihr schonmal eine *.lrcat (Backup-) Datei als .zip komprimiert?

Bei meinem Kollegen Holger Lückerath wurde die Datei auf ein Fünftel, bei mir heute bis fast auf ein Zehntel (!) der ursprünglichen Dateigröße geschrumpft. Da bietet es sich doch glatt an, einfach mal die letzten 3 Backups zu komprimieren, nicht war?

Natürlich kommt es hier besonders drauf an, wie oft ein Backup erstellt wird und wie dringend das Freischaufeln des Platzes ist. Bei einer kleinen Festplatte auf dem Laptop kann sich das schonmal lohnen. Und wer hat schon Lust, unnötigen Speicherplatz zu verschenken?


1:1 Vorschauen verwerfen

Je nachdem, wie intensiv in Lightroom gearbeitet wird, kann die Speicherung der 1:1 Previews einen großen Unterschied machen. Die Zeitspanne dafür könnt ihr ebenfalls in den Katalogeinstellungen im Tab Dateihandhabung festlegen.

Und jetzt kommen wir auch zur zweiten ganz oben genannten Datei, die *.lrdata. Die wird nämlich (korrelierend zur Dateimenge, mit der ihr arbeitet) kleiner, je kürzer ihr die 1:1 Vorschauen behaltet. Wer also aus Versehen mal nie eingestellt hat, dürfte sich über eine recht große *.lrdata freuen ;)

Hier muss jeder für sich eine passende Lösung finden. Ich bin beispielsweise jemand, der Fotos gerne auch mal eine Woche reifen und beim Import die Vorschauen in voller Größe rendern lässt. Somit ist bei mir nach 30 Tagen ein guter Weg. Andere, die wesentlich zügiger durch ihre Shootings arbeiten und eher selten zurück schauen, können getrost nach einer Woche – die ganz Schnellen auch nach einem Tag einstellen.

Ich hoffe, diese Erklärung hat Euch geholfen oder an diese Funktionen erinnert und im Idealfall sogar ein paar MB eingespart. Falls nun jemand in Optimierungslaune geraten ist: Vor längerer Zeit habe ich aufgeführt, wie ihr Lightroom schneller machen könnt.

(1) In der Public Beta von Lightroom 3 gibt es die Möglichkeit, beim Beenden von Lightroom den Katalog zu sichern. Eine – meiner Meinung nach – viel klügere Variante, denn es macht am meisten Sinn, direkt nach der Bearbeitung der Bilder diese Einstellungen zu speichern und nicht vor dem Nächsten öffnen.

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32 Kommentare

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  1. Blogartikel dazu: Tweets die In Lightroom verursachten (unnötigen) Speicherplatz sparen | KWERFELDEIN | Digitale Fotografie erwähnt -- Topsy.com

    • Ja, eine Regulierung (oder zumindest einstellbare Anpassung) seitens Lightroom wäre da wirklich wünschenswert. So muss man leider viele Dinge von Hand machen. Wär schon cool, wenn man einstellen könnte, dass Lightroom immer die letzten, was weiß ich, drei oder eben mehr Backups speichert und die anderen verwirft. So hat man halt “mehr” Backups, und eben auch “mehr” Speicherverbrauch ;)

  2. Danach sichern ist in jedem Fall besser als davor…was auch irgendwie danach ist…aber vielleicht zu spät danach ;)

    Was ich noch loswerden wollte. Ich weiss von vielen Leuten, dass sie alle ihre Fotos behalten. Ich hab mich mal an einem verregneten Sonntag durch die Bibliothek gewühlt, und so einige an abgelehnten Fotos endgültig gelöscht. Also nur die ganz schrottigen.
    Bei den heutigen Megapixelwerten macht son Bild ja schon mal schnell um die 14MB aus. Die Vollformatleute kommen schnell auf 20 MB. Da kommt schon einiges zusammen…
    Ich hab jedenfalls danach 4 GB mehr Platz auf der Platte gehabt…

  3. @pixelboogie: jo, dass ist ein guter Tipp! Ich mache das regelmäßig und trenne mich von “überflüssigen” Bilder. Nach einiger Zeit entwickelt man eine bestimmte Distanz zu einem Album und kann sich leichter auch von Fotos trennen, die einem selber nicht so gefallen.

    Wie früher! Bevor ein neuer Diakoffer gekauft wurde, hat man erst mal aussortiert!

  4. … und fuer den Mac gibt das noch diesen kleinen Helfer namens ‘Monolingual’. Man glaubt gar nicht, wieviel Platz noch einmal frei wird, wenn die ganzen Sprachversionen auf die wesentlichen zwei, drei reduziert werden und ueberfluessige Systemarchitekturen verschwinden.

    H

  5. Danke Martin, das sind zeitlich und auch allgemein sehr nützliche Tipps, da bei mir im Moment die Platte fast am Platzen ist. Mir ist nun aber noch aufgefallen, dass es bei mir noch den Ordner “Download-Backups” in Bilder -> Lightroom gibt. Der Ordner hat satte 40 GB. Das sind ja die ganzen jemals importierten Bilder, oder? Kann ich diesen Ordner irgendwie verkleinern, oder sogar ganz löschen? Hoffe, mir kann da jemand was dazu sagen!

    Viele Grüße und immer weiter so,
    Nico

    • Hallo Nico. Hm, diesen Ordner kann ich bei mir nicht einsehen, da ich immer “ohne Verschieben” die Fotos importiere. Löschen würde ich die an Deiner Stelle auf keinen Fall, denn wenn das die importierten Fotos sind, ist die interne Lightroom-Ordner Struktur darauf basierend (und die Fotos wären dann auch weg). Gegenfrage: Welche Einstellungen hast Du beim Import deiner Bilder?

      • Ich habe als Importeinstellung “Fotos an einen neuen Speicherort kopieren und dem Katalog hinzufügen” eigestellt. Heißt das, bei meiner Einstellung ist alles doppelt, was gar nicht nötig wäre? Wie baut sich denn die Struktur auf, wenn ich wie du, “ohne Verschieben” einstelle? Dann habe ich da wohl einen großen Fehler gemacht, denn jetzt brauche ich dringend Speicherplatz!

  6. Den Ordner mit den Backups kann man auch von Windows komprimieren lassen, dann spart man sich das manuelle zippen.

    -> Rechte Maustaste auf den Backup-Ordner, dann Eigenschaften -> Erweitert -> Inhalt komprimieren, um Speicherplatz zu sparen.

  7. @Nico. Nun, das kommt drauf an, von wo die Fotos kopiert werden. Wenn Du die Fotos von einer Speicherkarte importierst, dann ist die Einstellung gar nicht so falsch (Du solltest nur schauen, dass Du auch ein Backup Deiner Fotos hast). Wenn Du die Fotos sowieso schon auf (D)einer Festplatte hast, dann tut Lightroom genau das, was in der Einstellung steht: Es nimmt die vorhandenen Fotos, kopiert sie Dir in den neuen Ordner, und fügt sie dann dem Katalog zu. Dieser Schritt hat beispielsweise den Vorteil, dass Du die Bilder neu benennen kannst, aber wirklich brauchen tust Du das nicht (-> Du kannst die Fotos auch ohne kopieren importieren). Da ich Deinen Rechner nicht sehen kann, empfehle ich Dir einfach mal, ein paar Tests durchzuführen und unter den unterschiedlichen Einstellungen die Fotos zu importieren – so wirst Du am Besten merken, was Du brauchst.

    P.S. Zum Verständnis evtl. hilfreich: Der Lightroom Katalog speichert alles über die Fotos, aber nie die Fotos selbst. Das heißt, wenn Du in Lightroom ein Foto bearbeitest, dann werden diese Veränderungen im Katalog gespeichert, das Original-RAW-Bild bleibt aber immer gleich.

  8. Sag mal Martin, hast Du eigentlich Fünftel (20%) und Zehntel (10%) verwechselt? Irgendwie komisch, dass Du schreibst, Holger hatte 20% Ersparnis, Du nur 10%, und Dich dabei freust. ;-)

    Grüße
    Jan

  9. Hey Martin,

    bei wenigem Speicher sicherlich sehr hilfreich, aber sicherlich auch zeitaufwändig. Ich habe schon die Sicherung auf DVD und CD – mit Ausnahme von extrem Wichtigem – aufgegeben und konserviere schon seit geraumer Zeit nur noch auf mein RAID-System – irgendwann kommt man mit den Sicherungen einfach nicht mehr hinterher…
    Und rechnen tut sich die Sicherung auf alternative Medien schon recht lange nicht mehr, zumal wenn man den Zeitaufwand berücksichtigt…

    Viele Grüße

    Sascha
    FOTOQUIP

  10. Ohne alle Kommentare gelesen zu haben (man möge mir vergeben): Aber auf dem Mac ist dieses Backup-Feature doch ohnehin ziemlich überflüssig, oder? Oder übersehe ich einen Vorteil gegenüber Time Machine?

  11. Blogartikel dazu: Linkeria (12. Mai – 14. Mai) » der tag und ich

  12. Auch wenn der Artikel schon über vier Jahre alt ist, hat er mir gut geholfen. Er ist obendrein sehr anschaulich geschrieben, so daß sogar ich ihn verstanden habe! Dankeschön! Ich habe mit den Tips auch schon ca. 20GB gespart. Ganz nebenbei.