Kwerfeldein
08. März 2010 Lesezeit ~ 5 Minuten

Gut ist das neue Gewöhnlich

Der folgende Gastbeitrag stammt von Malte Pietschmann (Twitter · Flickr). Malte studiert derzeit Medienmanagement, fotografiert und interessiert sich hauptsächlich für Reportage- und Modefotografie.

Durch das Internet ist Fotografie heute omnipräsent und so sind wir tagtäglich von unglaublich schönen und eindrucksvollen Fotos umgeben. Neben all der Bewunderung für die Fotografen, die hinter eben jenen faszinierenden Bildern stecken, steht oft vor allem eines: die eigene Unzufriedenheit. Zeit für eine Perspektivkorrektur.

Die digitale Revolution als Ausgangspunkt der “Flickr-Bewegung”

Die Fotografie ist heute so präsent wie nie zu vor. Im direkten Vergleich von damals zu heute war man als Hobbyfotograf noch vor nicht ganz allzu langer Zeit eher die Ausnahme als die Regel. Ein Grund dafür ist sicherlich die “digitale Revolution”, die den Zugang zur Fotografie sowohl finanziell, als auch durch das Teilen von fotografischem Wissen online (kwerfeldein.de ist das beste Beispiel dafür) stark vereinfacht hat.

Das Resultat dessen ist die, wie ich sie nenne, “Flickr-Bewegung”.

Heute ist nahezu jeder in unserer Gesellschaft in der Lage Fotos zu schiessen. Sei es nun mit einer Handykamera, mit einer kleinen, kompakten Digitalkamera oder mit einer vollwertigen DSLR.

“Visual pollution” und ihre Folgen

Die logische Konsequenz ist, dass wir täglich mit einer wahren Flut von Bildern konfrontiert werden und die Fotografie im Allgemeinen, zumindest aus meiner Sicht, heute anders, vielleicht sogar weniger, wertgeschätzt wird als noch in den analogen Zeiten. Zack Arias bezeichnet dieses Phänomen sehr treffend als “visual pollution”.

Von dieser Warte aus betrachtet ergibt auch ein Problem, das uns selbst ganz persönlich betrifft: Unser Bedarf nach guten und schönen Bildern ist heute stärker gedeckt als je zuvor. Das Internet kennt keine Landesgrenzen und so sind wir in unserem virtuellen Leben täglich von unglaublich vielen guten Arbeiten umgeben. Flickr Kontakte und Favoriten, facebook Fanseiten, Twitter Follower und Portfolios. Qualität. 24/7. Soweit das Auge reicht.

Wie oft ertappen wir uns dabei unter unseren Flickr-Kontakten ein gutes Bild anzusehen, das nach einem kurzen und routinierten Scan auf seine Außergewöhnlichkeit hin kommentarlos und gleichgültig weggeklickt wird? Warum tun wir das?

Gerade das permanente “Eingedeckt sein” mit gutem bis erstklassigen Bildmaterial führt zu einem Abstumpfen, zu einer verschobenen Wahrnehmung. Kommentiert und gebookmarked wird heute oft leider nur noch das Außergewöhnliche, das es schafft aus der grauen Masse hervorzustechen. “Gut” ist das neue “Gewöhnlich”.

Verfälschte Maßeinheiten und neue Standards

Interessant wird dieses Thema vor allem im Kontext der eigenen Motivation. Was wir früher als “gut” empfunden hätten, wird heute aufgrund der schieren Masse leider oft nur noch als “gewöhnlich” abgestempelt. Durch diese verschobene Wahrnehmung, in der das einstige “sehr gut” durch “gut” ersetzt wird, schaffen wir einen neuen Standard, der unsere eigenen Arbeiten, unseren individuellen Werdegang automatisch abwertet und uns damit einen Stock zwischen die Füße wirft.

Unsere Arbeiten im Licht einer verschobenen Wahrnehmung

Wie oft stoßen wir auf außergewöhnlich gute Bilder und haben das Gefühl dem Niveau von entweder längst etablierten Fotografen oder einfach unglaublich talentierten Nachwuchsfotografen entsprechen zu müssen?.

Wie oft sehen wir uns voller Bewunderung die Arbeiten der, wie ich sie nenne, “neuen Elite” an (Leute, die teilweise noch nicht einmal die Volljährigkeit erreicht haben, jedoch aber längst auf einem professionellen Niveau arbeiten; beispielsweise Dan Vojtech, Joey Lawrence, Lara Jade oder Lindsay Adler) und fühlen uns untalentiert und manchmal sogar vielleicht fehl am Platz?

Wir vergleichen uns mit den Besten und vergessen dabei jedoch die Fairness gegenüber uns selbst.

Die Folgen für unsere Selbstwahrnehmung und unsere Motivation
Wieso macht uns dieses Thema so zu schaffen und lässt uns so oft ins Grübeln kommen? Weil die Frage nach der eigenen Begabung, dem eigenen Talent und dem eigenen Potential wohl die sein dürfte, die uns tagtäglich unterbewusst beim Betrachten von all jenen perfekten und so überlegenen Bildern nicht nur am meisten beschäftigt, sondern auch am meisten daran hindert selbst zu wachsen.

Wie oft haben wir dieses unbeschreibliche Gefühl der Unzufriedenheit, wenn wir wieder völlig sprachlos sind, weil wir in irgendeinem Blog den nächsten tollen Fotografen entdeckt haben, uns ganz klein fühlen, denken wir hätten nie das Zeug dazu solch atemberaubende Bilder zu machen und die Fotografie am liebsten an den Nagel hängen würden?

Perspektivkorrektur.
Ich denke jeder geht mit diesen Momenten unterschiedlich um. Natürlich beschäftigt einen die Frage nach dem eigenen Talent sehr und gerade in solchen Momenten nagt so etwas auch stark an einem selbst. Getreu dem Motto “(…) und morgen sieht die Welt schon wieder anders aus” versuche ich diese Momente passieren zu lassen und daraus etwas Positives zu ziehen.

Ich für meinen Teil brauche die Unzufriedenheit vielleicht sogar ein Stück weit, da sie mich stetig daran erinnert, dass ich längst noch nicht dort bin wo ich gerne sein möchte und es bis dahin noch eine Menge zu tun gibt. Manchmal müssen wir gar nicht die Perspektive unseres Objektivs korrigieren, sondern einfach nur unsere eigene.

Daher möchte ich mich heute mit den so wahren Worten von Zack Arias, der dieses Thema wie ich finde sehr gut auf den Punkt gebracht hat, verabschieden:

Every photographer in all of history was a horrible photographer for some period of time.

They learned.
The grew.
They had dark days.
They persevered.

That is the way of the artist.

Just be patient.
Keep on going.
Transformation takes time.
And from what I’ve seen in my life:

It’s really is worth the way.

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65 Kommentare

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  1. Wie wahr…

    Viele meiner Freunde behaupten, ich würde mich unter Wert verkaufen. Angesichts der extrem vielen und guten Bilder im Netz, die Kunden möglicherweise auch als Standard nehmen, traue ich mich einfach nicht, Kunden für meine Fotos das große Geld aus der Tasche zu ziehen.
    Meine Fotos sind halt nicht schlecht, sie sind aber auch nicht weltklasse.

    Andererseits gibt es auch Momente, in denen man von einem “Profi” teuer erkaufte Bilder sieht, die einfach grausig sind. Das sind die Momenten in denen man sich über sein eigenes Talent freut. Manchmal reicht es halt, jemanden zu beobachten, der schlechter ist, um seine eigene Kreativität in einem anderen Licht zu sehen.

    Bin ich jetzt assozial, weil ich mich über fehlendes Talent bei angeblichen Profis freue? Oder fühle ich mich nur selbst einfach besser, weil man erkennt, dass dieser schleichende Prozess der Weiterbildung auch an einem selbst nicht spurlos vorüber gegangen ist. Ohne es zu merken hat man sich halt doch ein wenig weiterentwickelt in den letzten Jahren – besonders grausig, wenn man dann seine “Topfotos” der letzten Jahre zügig von seiner Webseite entfernen möchte, bevor sie noch jemand sieht :-D

  2. Sehr schöner und wahrer Artikel. Ist ein schwieriges Thema. Das lässt sich auch ohne weiteres auf andere Bereiche des Lebens ausweiten.

    Da hilft glaub ich wirklich nur Geduld, und vielleicht auch mal den persönlichen Kontakt zu anderen suchen, und direkt nach Feedback fragen.

    Dass ein Bild keine oder wenige Kommentare/Sternchen bekommt, heisst ja nicht zwangsläufig dass es schlecht ist.
    Umgekehrt übrigens auch nicht.

    Wenn man sich mal anschaut, welcher Mist teilweise auf Explore landet…

    Ich glaub man sollte dem nicht zuviel Gewicht geben.
    Ich schicke Links zu Bildern gern mal rum, und frage direkt nach Feedback.

  3. Durchaus was Wahres dran, für jemand der sich mit Fotografie beschäftigt ist das Internet, wie ein Gang durch eine nie endende Galarie, in der man selbst immer wieder vor Augen geführt wird, das man selbst nur blutiger Anfänger ist. (Was ich nach einem Jahr meiner Meinung nach auch noch wirklich bin)

    Doch zeigt man seine Bilder jemandem der sich wenig mit Fotografie auseinander Setzt sind sie meist sehr beeindruckt. Das die Fotos von Wassertropfen die man gemacht hat, im Vergleich wohl nur Mittelmaß sind, so sind sie für viele Personen schon Atemberaubend.

    Wir sind glaube ich auch oft zu kritisch mit uns selbst, was auch sehr an einem nagen kann. Vielleicht sollten wir unsere Fotos einfach öfter auch mit einem Gewissen Maß an Selbstbewusstsein präsentieren.

    Im Endefekt liegt es immer im Auge des Betrachters nicht des Fotografen

  4. Der Artikel von Malte zeigt deutlich, wie sich die eigene Wahnehmung durch die Nutzung des Internet verschieben kann. Das Internet ist nur eine Realität, nicht die Realität.

    In meinen Augen beginnt Malte schon mit einem Fehler. Fotografieren konnte auch vor 50 Jahren fast jeder, und davon wurde ausgiebig Gebrauch gemacht – betrachtet mal die Fotoalben eurer Familienangehörigen. Was sich geändert hat, nicht jeder konnte damals seine Fotos veröffentlichen.

  5. Das spricht mir so aus dem Herzen. Ich fotografiere für mein Leben gern. Aber ich habe sicher kein großes Talent und auch kein Geld für großes Equipment (was man ja angeblich auch nicht braucht). Ich präsentiere meine Bilder auch online und bekomme in der Regel kaum Feedback. Einige wenige Klicks und das war es. Sie sind einfach nicht gut genug und gehen in der Flut der “sau guten” Bilder unter.
    Aber was ich feststelle ist die Existenz zweier Welten. Klar gehen die Bilder in dieser Internet- und Communitywelt unter. Hier dreht sich halt auch einfach alles um Bilder. Und die Fotografen dieser Welt sind hier auf diesem Fleckchen virtuelle Welt konzentriert. Gehe ich dann aber zurück in mein wahres Leben und präsentiere auf dem großen Fernseher oder in Printfrom meine Bilder vor Freunden und der Family oder auch Fremden, dann erhalte ich Staunen und ohs und ahs. “du hast voll den Blick für gute Bilder”, so ein Zitat fällt nicht selten. Deshalb würde ich behaupten, dass man auch immer sehen sollte, dass es noch genug andere gibt, die nicht oder nicht so gut fotografieren und man immer etwas Besonderes produziert auch wenn die Bilder gegebenenfalls im Web “untergehen”. So halte ich mich am Ball und meine Motivation aufrecht.

  6. Das bringt einen doch auf den Boden der tatsachen zurück. Nicht nur in der Fotografie ist das so: man vergleicht sich ständig mit anderen (besseren/intelligenteren/schöneren…) und vergisst dabei: die kochen auch nur mit Wasser. Man muss sich über eins klar werden: wenn man Abi hat, studiert hat etc. Gehört man zu den besten x %. genauso in der Fotografie: wenn man nur ein paar gute Fotos hat, hat man schon mehr bessere Fotos als die allermeisten. Und bei den supertollen Fotografen mit den megageilen Fotos weiß man nicht, wieviele “fehlversuche” voran gingen. Also: Kopf hoch und nicht beirren lassen!

  7. da will ich jetzt nicht wegklicken, wo ich so nen wunderschönen bericht gelesen habe. sehr intensives zeugs und dass sich der weg lohnt glaub ich auch, der soll ja das ziel sein.

    wenn ich mal überhaupt keinen bock habe zu fotografieren und ich mich dann trotzdem aufraffe ein wenig in der gegend herum zu schiessen, bin ich vorerst mal froh das gemacht zu haben.. das ergebnis wirft mich allerdings oft wieder in das loch aus dem ich gerad kam. aber zurückblickend denke ich mir, dabei sind vielleicht viele ideen entstanden oder ich lerne bewusster zu fotografieren. zu unterscheiden was ich mag oder nicht, vielleicht einen stil zu finden.
    und außerdem ist es die geschichte eines tages..hat für mich etwas.

  8. In einem wichtigen Punkt geht mir der Artikel, geht mir dieser Gedanke nicht weit genug:

    Ich wage zu beweifeln, dass es je anders war als heute. Gute, bessere Fotografen als einen selbst gab es immer. Buchstäblich unzählige davon. Auch war die Fotografie als Freizeitbeschäftigung nicht weniger wichtig oder weniger beliebt, auch wenn die Zahl der Auslösungen schon aus Kostengründen niedriger war.

    Das Internet hat lediglich die Sichtbarkeit dieser Tatsache verändert. Und die Mechanismen des Netzes führen uns zudem bevorzugt diejenigen Beispiele vor Augen, die eben wirklich besonders sind. Das konnte man freilich auch früher schon haben, als Photozeitungen noch mehr waren als der verlängerte Arm der Werbeindustrie.

    Entscheidend ist die Frage der Konsequenz: Der Autor hofft, irgendwann irgendwie ‘aufschliessen’ zu können (kommt zumindest so bei mir an). Das ist eine Art der Motivation, die in immer neuen Frust führen kann. Für mich liegt die logische Konsequenz darin, sich klar zu machen, was man nicht erreichen muss. Das klingt paradox, macht aber unheimlich frei dafür, sein Hobby als sein persönliches Hobby zu betreiben.

  9. Ein wirklich sehr gut geschriebener Artikel! Nur kann ich die Theorie was eine verschobene Wahrnehmung angeht nicht nachvollziehen. Wenn das Material anderer Fotografen besser oder aussergewöhnlicher ist, dann ist es das wohl meißtens auch. Ich finde man sollte den eigenen Blickwinkel bzw. seine Maßstäbe ändern. Ein Beispiel: Wenn ich mir die Tour de France ansehe bin ich dadurch auch nicht demotiviert was das Radfahren angeht, denn ich weiß ja das diese Leute Profis sind, die täglich viele Stunden im Sattel sitzen und nur so diese Leistungen abrufen können (abgesehen von chemischen Helferlein). Ich kann das nicht weil ich noch einen Job und andere Verpflichtungen habe. Genauso sehe ich das im Bezug auf die Fotografie auch.
    Für mich sind atemberaubende Fotos, welche ich im Netz oder wo auch immer sehe eine Motivation an mir zu arbeiten, mich zu steigern und weiter zu entwickeln.
    Das diese außergewöhnlichen Aufnahmen natürlich bei flickr oder wo auch immer eine wesentlich größere Aufmerksamkeit geniessen ist klar aber für mich kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

  10. Gut.
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    Ich denke dies kann man unterschreiben. In manchen Punkten findet sich der ein oder andere wieder, denkt darüber nach. Persönlich finde ich die Bilderflut gut, auf der anderen Seite wurde alles schon einmal gemacht. Wenn man dieses “schon einmal gemacht” für sich entdeckt wird man desöfteren nur angelächelt und bekommt dann Dinge vor den Kopf geworfen wie “gabs schon 1000mal…”, dies schadet dem eigenen Selbstbewusstsein.

    Die Aussage der Perspektivenkorrektur ist korrekt, ab und zu braucht es nur eine neue Inspiration/Menschen/Kontakte um sich aufzurappeln und wieder kreativ zu werden. Flauten hat jeder einmal, wenn sie einen umhauen gibt es wieder die Chance erneut aufzustehen und weiterzumachen.

  11. Ich lege sogar noch nach:

    ‘Früher’ gab es eine schwer zu überwindende Schwelle mitten Durch die Gruppe der Hobbyfotografen hindurch: Die Dunkelkammer und damit die Möglichkeit, die Bildgestaltung und -ausarbeitung auch nach der Auslösung noch zu beeinflussen.

    Diese Grenze ist heute weggefallen und hat doch gleichzeitig eine neue Bedeutung bekommen. Längst ist es ja so, dass sich unsere Sehgewohnheiten dahingehend verändert haben, dass eine mehr oder weniger intensive Nachbearbeitung Teil der Normalität ist. Mit Fotografie hat das nicht furchtbar viel zu tun, wie man am Beispiel der Sisqualifikation eines 3. Preises beim World Press Foto 2009 schön sehen kann:

    http://www.petapixel.com/2010/03/03/world-press-photo-disqualifies-winner/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed:%20PetaPixel

    Da glaubt man sich bei s/w-Film und einer archaischen Kamera mit Bezug zum Sujet und dann entpuppt sich das Sujet als deutlich harmloser und die Bildgestaltung als Postproduction-Orgie.

  12. super artikel.
    man muss aber auch sehen, dass wir wenn wir unsere dienstleistungen günstig anbieten, den markt kaputt machen und die gelernten fotografen, ganz schön unter druck setzen.

  13. Guter Artikel und interessantes Thema, welches mich als Medienschaffenden auch beschäftigt.
    Denke es ist in der Fotografie das gleiche Phänomen wie in der Presse zu beobachten. Durch die verschiedenen Kommunikationsmittel (Internet etc.) kann eben nun jeder Sachen produzieren und es herrscht eine Reizüberflutung.

    Vorteil:
    – Jeder kann etwas produzieren
    – Günstiger (für Produzent wie auch Kunden, da mehr Auswahl)
    – Schnell und einfach einsehbar, grosse Verbreitung
    – Einfachere Kundensuche und Organisation (bsp. Shooting im Ausland planen)

    Nachteil:
    – Im Schnitt eine schlechtere Qualität
    – Das Wesentliche geht verloren -> Reizüberflutung
    – Als Profitexter oder Fotograf hat man mehr Konkurrenz
    – Preise sinken
    – Jobs gehen verloren

    Ich persönlich versuche weniger im Internet zu auf sinnlosen, reizüberflutenden Sites zu surfen und qualitativ bessere Texte und Bilder in Zeitungen/Magazinen etc. anzuschauen. Das Business ist endeutig härter geworden, doch gerade dieser Umstand pusht einem noch mehr ans Limit zu gehen und das Perfekte herauszuholen.

  14. Denke jeder sollte seinen eigenen Weg gehen und sich von ein paar Vorbildern inspirieren lassen, bzw. versuchen irgendwann einmal auf dem gleichen Level zu arbeiten.

    P.S.: Und weniger im Netz herumsurfen hilft auch extrem viel!

  15. Manchmal frage ich mich wofür die meisten hier eigentlich Ihre Fotos schießen. Für kommerzielle Zwecke, für sich selbst oder für die Anerkennung der ganzen Welt?

    Was Dein Foto nur im seltensten Fall transportieren kann ist das Gefühl, das Du selbst bei der Aufnahme hattest, Deine Erinnerung. Fotografie ist in meinen Augen eben nur bedingt objektiv.

    Zur Vermarktung: Hier in meinem kleinen Ortsteil gibts ein Fotostudio in dem wirklich grausige Bilder ausgestellt sind und der Mann verdient ein gutes Geld. Von eigener Website keine Spur. Das ganze Geschäft entsteht durch Laufkundschaft und persönliche Kontakte zu den Leuten im Ort. Die scheinen mit diesen Bildern zufrieden zu sein. Also muss man sich nur die richtige Kundschaft suchen.

    Gruß Martin

  16. @manne (16): ich sehe das nicht so. Erfolgreiche Fotografen sind nicht erfolgreich weil sie ihre Dienstleistung für lau anbieten, sondern weil ihre Arbeit dementsprechend hochwertig auf den Kunden wirkt. Was du meinst sind Passbildfotografen in einem Einkaufscenter, ohne deren Arbeit als schlecht darzustellen. Dies sollte man unterscheiden.

    @archinaut (15): WorldPress ist so eine Sache, ich schaue dem immer etwas kritisch gegenüber. Wer beurteilt ob ein Bild toll ist? Eine kleine Jury von Fachleuten, aber was die breite Masse darüber denkt ist egal – aber diese soll die Bilder ansprechend/informativ finden, und weniger die Fachleute. Man sollte das Konzept auch überdenken, vielleicht sogar mehrere Preiskategorien(bearbeitet/unbearbeitet) erstellen. Zum einen finde ich Bearbeitung toll, zum anderen bedeutet dies immer eine Art “Faulheit”. Bei der eigentlichen Aufnahme wird gespart und die Details weggelassen, anstelle kommt dann “Photoshop richtet das” – aber so ist das nunmal.

  17. Einauge:
    Ja, die Möglichkeit seine eigenen Inhalte heute ganz einfach zu veröffentlichen spielt da sicherlich eine ganz große Rolle. Klar wurde bereits vor 50 Jahren schon viel fotografiert. Aber ich glaube dennoch, dass der Zugang damals ein anderer, schwerer war. Im direkten Vergleich ist analog (sei es nun alleine schon durch die Entwicklungskosten) teurer und auch das Wegfallen der Dunkelkammer im Digitalen erleichtert für viele noch mal den Einstieg immens. Daher denke ich schon, dass die Masse an Leuten, die fotografieren enorm zu genommen hat. Aber gut, ich bin auch eine andere Generation. Vielleicht täusche ich mich da ja auch. ;)

    archinaut:
    Ich empfinde die Unzufriedenheit nicht als Zwang und rate auch niemandem die Dinge genauso zu sehen, wie ich. Die Unzufriedenheit ist einfach ein kleiner Merkzettel für mich, der mich voran treibt und mich dazu zwingt an mir zu arbeiten. Wie gesagt, jeder sollte seinen eigenen Weg finden damit umzugehen. Ich wollte nur zeigen, dass man eben jene Unzufriedenheit nicht immer als rein negativ auslegen muss, sondern durchaus auch etwas motivierendes in ihr finden kann.

    Heiko:
    Mit dem Unterschied, dass wir bei der Tour de France wissen welch hartes Training (oder Doping :P) hinter erfolgreichen Radsportlern steht. In der Fotografie jagen wir gerne der Illusion hinterher guten Fotografen sei das Talent in die Wiege gelegt worden. Sieht man die Fotografie unter dem Aspekt der Kunst oder der Kreativität sind Selbstzweifel ganz normal, da man sich noch stärker vergleicht, eben weil Kreativität nicht direkt belegbar und damit stark subjektiv ist. Sportlichkeit, mathematisches Verständnis, Sprachgefühl – das sind alles Fähigkeiten und Talente, die sich leicht beweisen lassen; da bleibt wenig Angriffsfläche für Dritte oder sich selbst. Fotografie, bzw. Kunst im Allgemeinen, ist wesentlich intuitiver und ist damit dem “Vergleichswahn” und der Kritik starker ausgesetzt. Versteht mich einer? ;)

  18. Auf der einen Seite ist das im Artikel schon sehr gut beschrieben. Man misst sich zu häufig an Leuten, die weitaus länger fotografieren oder vielleicht auch nur ein über ein außerordentlich großes Talent verfügen.

    Allerdings sehe ich das nicht als so dramatisch an, solange man es sich immer mal wieder klarmacht. Andererseits hat man früher, damals, also vor Urzeiten (vor Flickr, etc. ;-)) nur die Wahl gehabt sich mit professionellen Aufnahmen aus Zeitschriften zu messen, oder mit lokalen Gleichgesinnten, die häufig auf dem gleichen Stand waren, wie man selbst.

    Verwandte und Bekannte sind häufig relativ einfach zu beeindrucken. Wenn ich aber selber den Anspruch an mich habe überdurchschnittlich gute Bilder zu machen, dann muss ich mich auch an Bildern messen, die mir außerordentlich gut gefallen. Und die Möglichkeit bietet mir nunmal das Internet.

    Zu sehen, was manche Leute mit dem gleichen Equipment, wie ich es habe, mit der Kamera anstellen können spornt mich im allgemeinen aber eher an, als es mich deprimiert. Und falls es mich doch mal niederschlägt kann ich mir auch andersherum “schlechte” Bilder mit weitaus teurerem Equipment im Internet anschauen ;-)

  19. Sicherlich eine gute Zusammenfassung, die so in der Form nicht oft genug ausgesprochen werden kann, um Selbstzweiflern nicht den Mut zu nehmen.

    Aber ich mache mir da auch gar keine Sorgen. Wenn nämlich besagter Selbstzweifel so viele Leute hemmen würde, dann gebe es doch im Umkehrschluss gar nicht so viele teilweise verdammt gute (Hobby-)Fotografen im Web zu entdecken. Ich meine, man wächst nur an einer kritischen Betrachtung seiner bisherigen Ergebnisse. Und wenn man im Web nicht beachtet wird, oder im besseren Fall negative Kritiken bekommt, dann kann das nur Ansporn sein. Der letzte Absatz trifft es da ganz gut.

    Und überhaupt: wenn ein Bild von mir heutzutage schon nach 10 oder 20 Klicks im Web keine Rolle mehr spielt, so haben es immer noch mehr Menschen gesehen als es vor der “digitalen Revolution” je möglich war.

  20. Hm…schwieriges Thema.
    Auf der einen Seite ist es natürlich richtig: Mit der Digitalisierung der Fotografie stieg die Anzahl an Bildern ebenso wie an der “Erfindung” von webbasierten Bildcommunities a la Flickr.

    Trotzdem wäre es mir zu einfach der neuen Art der Fotografie ein gewisses Maß an Qualität pauschal abzuschreiben.
    Solche Evolutionsschritte hat die Fotografie doch in der vergangenheit auch gemacht, mit den ersten Kameras für die Massen oder den polaroidfilmen. Trotzdem konnten sich immer wieder einzigartige Künstler mit ihren Bildern aus der Masse abheben.

    Heute ist das nicht anders. Ja, es werden viele Bilder zu wenig gewürdigt. Ja, es gibt viele Fotos die man in der gelichen Form schon x-mal gesehen hat. Aber auch heute stechen noch Fotos aus der Masse heraus.

    Und zur “visual polution”… Man könnte sich des Makels passiv annehmen, oder den Schuh einfach liegenlassen. Man muss sich Einnebeln lassen um zu husten… ;-)

    Außerdem hat die Digitalisierung der Fotografie auch einen herausstechenden Vorteil. Sie schafft einen breiten und einfachen Zugang zum Medium “Foto” für viele Menschen, die analog bestimmt keine so steile Lernkurve hingelegt hätten…

  21. Christian (27):
    Vielleicht habe ich mich da etwas unglücklich ausgedrückt. Heute ist die Qualität der Fotografie höher denn je; weswegen wir unterbewusst die Messlatte nach oben hin korrigieren (wollen / müssen?). Das und die abermillionen Bilder, die täglich mit Handy- und Kompaktkameras mehr geknipst als fotografiert werden führt dann aus meiner Sicht zu einer geringeren Wertschätzung von Fotografie im Allgemeinen. Oft lautet die allgemeine Meinung heute eben “ach, kann ja jeder”.

  22. Ein sehr schöner Artikel!

    Allerdings habe ich das Gefühl, dass es ein wenig schlecht dargestellt wird, dass “jetzt alle fotografieren”. Ich denke unter diesen “allen” gibt es auch ein paar (Hobby-)Fotografen, die richtig Potenzial haben und auch sehr schöne Bilder machen.

    Aber wie gesagt, ich hatte nur so das Gefühl.

    Werden noch mehr Artikel von dir hier auf kwerfeldein erscheinen?

  23. @ kosmow:
    Bei meinem Vergleich mit dem Radsport meinte ich die “handwerkliche” Fotografie, bei der man mit genügend Erfahrung, Know How und Profi-Equipment sozusagen Berufserfahrung/Training schon recht gut wird.
    Was den künstlerischen Aspekt angeht, bin ich anderer Meinung. Ich verstehe was du sagen willst aber du hast doch im künstlerischen Bereich ebenfalls Messlatten und klare Kriterien sowas kann z.B. die Aufnahme in eine Kunstgalerie sein, dies können Ausstellungen etc. sein. Aber die Frage ist doch eigentlich ob du als Künstler sowas möchtest, ich habe ein paar Bildhauer und Maler im Bekanntenkreis. Von denen kommt keiner auf die Idee sich mit anderen zu vergleichen bzw. in Selbstzweifel zu verfallen wenn andere spektakuläre Arbeiten abliefern. Ein Stück weit mußt du dir selbst treu bleiben und das bedeutet in meinen Augen auch Kritik zu bekommen oder das die Arbeiten nicht so gefällig sind wie die anderer Künstler. Als intuitiv würde ich persönlich die Fotografie auch nicht bezeichnen wollen, intuitiv ist für mich Knipsen ohne jeglichen Einfluß von Bildkomposition etc.

    Was den Stellenwert der Fotografie als Kunst in Deutschland angeht, gebe ich dir vollkommen recht. Trotzdem genießt diese Art der Kunst in der Schweiz sehr hohes Ansehen und die haben dort was die Masse an Bildern angeht die gleiche Situation wie wir in Deutschland.

  24. Blogartikel dazu: Sinn eines Gastbeitrags? | ruedfotos.de

  25. Sehr schön geschrieben und tolle Sichtweise.
    Denke das war vielen so noch nicht bewusst.

    Und selbst wenn man es ähnlich sieht, freut man sich, damit nicht alleine da zu stehen!
    TOP!

  26. Sehr schöner Artikel. Ich ertappe mich auch häufig dabei wie ich meine Arbeit als “schlecht” beurteile weil ich gerade wieder großartige Fotografen im Netz entdeckt habe, die es offensichtlich viel besser drauf haben als ich.
    Aber ich versuche mich davon nicht unterkriegen zu lassen, sondern das eher als Ansporn zu nehmen, weiter zu arbeiten und zu lernen. Denn offensichtlich bekommen wir doch alle mindestens von Freunden u Bekannten suggeriert, dass wir eigentlich sehr gut sind. Meinungen eines Laien bedeuten zwar nicht so viel wie die eines (anderen) Profis, aber sie zeigen eben auch, wie sehr sich unsere Wahrnehmung der Fotografie in den letzten Jahren besonders durch ihre Allgegenwärtigkeit verschoben hat.

  27. Der Bericht ist super geschrieben, aber genau das was mich am meisten nervt: es wird zu viel geredet, zu viel nachgedacht anstatt einfach mal zu “machen.”

  28. Tja, wenn viele Leute gute Fotos machen, ist kaum einer mehr überm Durchschnitt. Ist halt so, da gibt’s auch nix dran zu rütteln und man muss damit leben – freuen wir uns, dass insgesamt die Menschheit vorangekommen ist, auch wenn’s “nur” die Fotografie ist und wir weitaus größere Probleme haben.

    Es regt sich ja schließlich auch niemand drüber auf, dass der durchschnittliche IQ immer bei 100 liegt…

  29. Auch von mir ein Dankeschön: Toller Artikel, regt zum Nachdenken an!

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Qualität der Fotografie heute höher denn je ist. Falls Du die technische Qualität meinst – keine Frage. Aber die ästhetische Qualität wird nicht besser, nur weil wir einen Photoshop-Filter auf eine Annahme anwenden. (Oder warum besinnen wir uns immer wieder so gerne auf die alten Meister Adams, Steichen, Strand und Co.?)

    Was die nicht mehr zu bewältigende Flut an Bildern betrifft, gebe ich Dir allerdings vollkommen recht. Wir finden ein gutes Bild im Netz, stoßen, ausgehend von diesem, auf andere tolle Aufnahmen, hanteln uns immer weiter – und haben am Ende vergessen, wo wir begonnen haben. Alles, was bleibt, sind flüchtige Eindrücke.

    Genau deshalb … habe ich ein Projekt gestartet, das der Jagd nach immer neuen, noch besseren Bildern entgegenwirken soll. Und statt dessen zum Innehalten, zum Nachdenken über einzelne Fotografien (und damit auch Fotografie im allgemeinen) anregen soll. :-)

  30. Wirklich interessanter Artikel!
    Aber das mit der verfälschten Selbstwahrnehmung empfinde ich anders, ich sehe die Fotos von guten Fotografen nicht als unerreichbar an, ich denke immer, das sind auch nur Menschen.
    Ich nehme mir die Fotos die ich beeindruckend finde als Beispiel und versuche sie zu analysieren und daraus zu lernen.
    Dieses “So was will ich auch können”-Gefühl treibt mich immer an weiter zu fotografieren, deswegen sehe ich die große Masse an guten Fotos nicht unbedingt als negativ an.

  31. Du beschreibst den Vorgang in der Tat sehr treffend, was mir gefällt – wobei mir dein melancholischer Unterton an die guten alten Zeiten (oder höre nur ich den da raus? Wenn du das so nicht beabsichtigt hast, nehme ich alles zurück :) ) nicht einleuchtet… schließlich ist das eine Entwicklung, die in allen Bereichen der Kunst Fuß fasst, nicht zuletzt der Musik (nur dass es hier oft so ausartet, dass die nur oberflächlich außergewöhnlichen Exemplare als “outstanding” gewertet werden und viele die Sensibilität für tiefgehende Kritiken verloren haben… auch eine Entwicklung respektive Tendenz des CD-, mp3- und zuletzt auch Internet-Zeitalters).

    Vielleicht sollten wir diese Tendenz nämlich als Chance begreifen. Und damit komme ich zum zweiten Punkt, mit dem ich nicht vollständig einverstanden bin: Diese Fotografen empfinden wir als außergewöhnlich, weil sie ihren eigenen Weg gegangen sind – jeder von ihnen hat, nicht nur karriere-, sondern auch fototechnisch, seinen eigenen Stil gefunden. Was zum Teufel sind also meine “besseren” Bilder? Bilder, die mehr aussehen wie meine Flickr-Favs?!

    Das, so finde ich, ist ein extrem wichtiger Punkt, den man überdenken sollte. Das geht auch in der Musik so: Vermeintlich “gute” oder “außergewöhnlich begabte” Filmmusikkomponisten sind jetzt also die, die Wagners Orchestration am besten nachäffen und die Harmonik des späten Brahms wiederentdecken, oder wie…? In der (klassischen) Musik werden Komponisten mit eigenen Wegen von der Masse schon lange nicht mehr wahrgenommen. Man kann sich freuen, dass es das in der Fotografie gibt, ich beglücke mich fast jeden Tag daran.

    Dennoch ist das für mich nichts, was mich auch nur annähernd runterzieht – sondern mir eben sagt: “So geht es auch. So kannst du es nicht mehr machen, weil er/sie das schon macht. Finde dein eigenes!”

    Wer fremde Maßeinheiten an seine eigenen Kunstwerke – oder in diesem speziellen Fall Fotos – ansetzt, hat selbst Schuld.

  32. Tja, wer seine Fotos auf Flickr oder Fotocommunity einstellt, der hat eh schon verschissen :-D
    Das ist ein typisch deutsches Phänomen, diese Vergleicherei mit anderen. Und jeder will den anderen toppen – widerlich!!!
    Diese vorgestellten Fotografien jener jungen Talente, wieder mal Bilder, aber keine Fotografie. Ohne Bildbearbeitung nicht möglich.
    Don Mc Cullin, DAS ist ein Vorbild für mich.
    Mittendrin. Ein fotografisches Auge. Emotionen. Schlichte ausdrucksstarke Fotografien. Geil. Einfach nur geil.

  33. schöner und sehr interessanter artikel. das gleiche habe ich vor ca. 10 jahren bereits mal erlebt. damals wars die webdesign/gfx community. alles blickte auf die großen und maß sich an ihnen. ich sag nur joshua davis, mike young und co.

    war haargenau das gleiche. daher macht mich das alles nicht nervös, oder langweilt, geschweige denn ängstigt mich. ich zieh einfach weiter mein ding durch. :)

  34. Blogartikel dazu: Einige sehr interessante Artikel aus der Fotobloggosphäre | MonoStep

  35. Problem ist in der Tat, dass die Bilder heute nicht mehr das sind was die mal waren. Wir haben mittlerweile so viel anwendbare Filter für unsere “Photoshop Artists” dass das Ausgangsbild sowieso sekundär ist, die Bearbeitung danach scheint relevanter!

    In der Fotocommunity oder auch bei Flickr habe ich schon echte Sahnstücke gesehen – teilweise ohne einen einzigen positiven Kommentar. Ästhetik 1a, Bild Komposition 1a – aber leider nicht den Photoshop durchlaufen und somit für die meisten durchgefallen.

  36. Ich verstehe den – bald schon – Hass auf flickr oder fC nicht. Wenn man die richtigen Leute kennt, in seiner Kontaktliste hat und ab und zu mal deren Fotos durchschaut, kommt man aus dem sabbern nicht raus. Es gibt exzellente Bilder, Landschaft, Portraits – eigentlich von jedem was.

    Freilich ist auch viel Schund dabei, aber das hat man überall. Am Ende ist es auch nur ein offenes soziales Netzwerk. Man kommuniziert mit anderen User über das selbe Thema. Ohne flickr hätte ich einige Fotografen aus meiner Heimatstadt nicht kennengelernt. Was ich hier öffentlich gesehen habe waren nur pseudo-“Partyfotografen” (gott ich hasse dieses Wort) mit geliehenen Apparaten…

    Also immer mit zwei Augen die Welt betrachten, es steckt mehr dahinter als “Ich-bin-besser-als-du”-Philosophie.

  37. Ja, man sollte wieder auf den Boden zurück kommen.
    Menschen, die ihre Brötchen mit Fotos verdienen wollen/müssen klar , da liegt die Messlatte höher.
    Aber als Hobbyknipser? Ich wohne weder in NY, Paris, Hamburg, noch kann ich einen Assistenten und Visa-Stab beschäftigen.
    Letztlich ist eh schon (fast) alles fotografiert worden. Nur noch nicht von mir. Und das ist doch auch ein Anreiz. Seit FC und Flickr hat man eben immer das Gefühl, “Shit, hier war schon jemand” . Das war natürlich schon immer so, nur gesehen hat man’s nicht.

  38. ich finde den artikel auch gut, finde aber auch, dass er in eine vermeintliche Sackgasse führt (so wie ich ihn verstehe)
    es gibt mmn nicht einfach nur mehr fotografen sondern allgemein mehr menschen und daher auch mehr geschichten zu erzählen. das viele dieser geschichten sich ähneln macht es für fotografen einfach nur notwendig sich intensiver mit der speziellen einzigartigkeit der situation, die sie knipsen wollen, auseinaderzusetzen.
    anders gesagt, ein gutes foto bewegt in mir was.
    da ich aber, genau wie alle anderen, ein teil des kollektiven visuellen gedächnisses bin, wurde schon eine menge bewegt und als konsument freut mich das enorm, stumpft mich aber andereseit auch ab. dennoch würde ich nie tauschen wollen mit einer enthaltsamen lebensweise, nur um einfacher beeindruckbar zu sein.
    und trotz aller masse schafft es immer wieder jemand eine neue seite in mir zum schwingen zu bringen.

  39. “Pseudo-Partyfotografen”… ts ts…
    Meist lästern genau die ab, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Macht das erst mal selber und dann reden wir weiter!

  40. @gruftigilr(54): Fühlst du dich angesprochen? Ist meine Meinung und Erfahrung, bin damit auch nicht alleine. Wollte dich/jemand anderen nicht angreifen. Aber es ist nunmal der Punkt gegeben das sich irgendwelche Partygeilen Leutchen bei einer Eventwebseite anmelden, eine kleine kamera samt blitzchen bekommen und mit stolzgeschwellter Brust durch die Massen laufen, am Ende kommt nichts dabei rum. Immer die selben Gesichter vor bunten Lichtern… ganz ehrlich, das hat für mich nichts mehr mit Fotografie zutun. Es ist ein monotones abrasseln von immer wiederkehrenden Einstellungen. Es würde auch überhaupt niemand merken wenn ein Bild eines anderen Events auftaucht, weil alles gleich aussieht. Die Bilder gibts dann in Postkartengröße auf der Eventwebseite…. stark.

    Ich habe bisher alle wichtigen Bereiche der Fotografie durchlaufen um abschätzen zu können was mir Spaß macht und wo meine Stärken liegen. Interessant ist jedoch das du dich darüber aufregst. Hast du Zweifel an der Qualität deiner Arbeit? Wenn nicht, warum ignorierst du es nicht einfach? ;-) Getroffene Hunde bellen sagt man so schön…

  41. Und darum bin ich so froh, dass ich kein Berufsfotograf geworden bin. Es gab zu Analogzeiten schon wirklich viele gute Fotografen mit dem Auge fürs Wesentliche.

    Aber durch die “digitale Revolution” gibt es noch viel viel mehr richtig gute Amateure, die -gegen Aufwandsentschädigung- Top-Bilder abliefern.

    Da ist es heute noch viel schwerer sich von der (größeren) Masse abzuheben und eine “eigene Handschrift” zu entwickeln.

    Ich möchte heute kein Profi (mehr) sein.
    Ich erfreue mich an meinem Amateurdasein.

  42. @hAnnes
    Es ist das Herablassende, was ich nicht mag. Kommt auch nicht nur von Deiner Seite so rüber.Und das regt mich halt auf, obwohl ich mir normalerweise nicht meine Tageslaune von Kritiken Anderer abhängig mache.
    In Clubs und Discotheken zu fotografieren ist alles andere als leicht, denn jede Location und jedes “Publikum” ist anders! Außerdem solls ja lein “Abrasseln” sein, sondern die Fotos sollen lebendig wirken. Zwar wird von der Agentur Portrait gewünscht, aber man sollte als Fotograf die Leute so “animieren” können, daß diese eben nicht so steif auf den Bildern rüberkommen. Und um es mit Deinen Worten auszudrücken, sollte man schon etwas “partygeil” sein, denn Muffel sind bei diesem Job fehl am Platz!
    Ich hab gehört, daß manche Agenturen den Nachwuchsfotografen die Moduseinstellung der geliehenen Kamera FESTKLEBEN, damit diese nicht verstellt werden können!! Hilfe… Da kann natürlich nix Gscheites dabei rauskommen.
    Übrigens, ich fotografiere nicht nur Party…

    http://www.cityreporter.de/?page=profile_short&uid=25032

  43. @gruftigirl: leider finde ich keinen Emaillink oder irgendetwas anderes um dich zu kontaktieren. Würde gern eine konstruktive Meinung schreiben. Dies hat aber nichts mehr mit diesem Artikel und Kwerfeldein zuun.

  44. Blogartikel dazu: “Gut” ist das neue “Gewöhnlich” « Sara Fawad Fotografie

  45. Blogartikel dazu: Malte Pietschmann im Gespräch mit Jan Scholz {Micmojo} | KWERFELDEIN | Digitale Fotografie

  46. Blogartikel dazu: angerichtet.net » Einfach mal machen

  47. Toller Artikel zu einem sehr aktuellen Thema, in dem noch viel Potenzial steckt.

    Und ich bin froh zu lesen, dass es nicht nur mir so geht, wenn ich ‘mal wieder einen richtig guten Fotografen/Designer/Künstler… entdeckt habe.