Kwerfeldein
20. Februar 2009 Lesezeit ~ 3 Minuten

Fitnesstudio, Theologie und How I made 100 Million Dollars with my blog in a single minute

Persönliche Updates von mir gehören ja mittlerweile genauso zu kwerfeldein.de wie die browserFruits – und da seit dem Letzten ja schon eine Weile vergangen ist, ergreife ich heute mal wieder die Gelegenheit. Rinnjehaun.

# Unsere Enna macht sich prächtig und wir freuen uns (wirklich) jeden Tag an ihr. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals solche Vatergefühle entwickeln könnte. Letzte Woche hat sie mich zum ersten Mal so richtig angelacht – Hammer. Leute, es gibt wenig Dinge, die für mich so schön sind, wie das. Ausserdem liebt sie es, bei Musik im Rythmus getragen und geschaukelt zu werden. Besonders gut gefallen ihr die Dilated Peoples.

# Ich entwickle momentan eine immer grösser werdende Aversion gegen jegliche Formen von (meist englischen) Blogposts, welche auf mich komisch prollig oder übertrieben wirken. “How I made 100 Million Dollars with my blog in a single minute” oder “3 easy steps for being a Professional Photographer everyone wants to hire” Klar, das ist überspitzt ausgedrückt, aber ihr wisst was ich meine. Diese Posts sind teilweise so voll von Verallgemeinerungen und “Tu nur das, dann passiert das” -Versprechen, dass ichs gerade nicht mehr sehen kann. Ich bin ich mir dabei völlig bewusst, dass ich früher auch solche Posts geschrieben habe und frage mich immer wieder, wie Tipps und Hilfen einigermassen glaubhaft transportiert werden können.

# Mir wird es in Kontrast zum voringen Punkt immer wieder klar, dass ich auch nur eine Sicht von vielen habe – mit dem Privileg, meine Ansichten hier mit Euch teilen zu können. Doch das, was ich hier sage ist immer nur ein Teil vom grossen Kuchen. Unter den Lesern sind echtn haufen Leute, die über bestimmte Themen einfach besser bescheid wissen als ich und ich wünsche mir, dass diese Leute hier zu Wort kommen. Gerade deshalb habe ich in letzter Zeit verstärkt Diskussionen ins Zentrum gerückt, denn im gemeinsamen Dialog können wir auch über die “Fotografie Lernen”.

# Ich habs ja schon paar mal gesagt, aber Twitter wird für mich immer mehr zu einem Tool, Leute kennenzulernen, Kontakt zu halten und interessantes Zeug aus dem Web mitzubekommen. Dabei sind die Reaktionen bei Leuten immer noch so wie zu Beginn. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Doch aus den Hassern werden nach erstem Kontakt gerne die grössten Twitterevangelisten. Umgekehrtes habe ich bis dato noch nie erlebt.

# Seit ein paar Wochen besuche ein Fitnessstudio. Die eigentliche Motivation dahinter ist, mein Gewicht zu halten. Doch ich merke, dass ich weit mehr Vorteile davon ziehen kann. Es fühlt sich einfach gut an, 2 Stunden geschwitzt zu haben und ausserdem ist das Studio der perfekte Ausgleich zu den restlichen Sachen, die ich tagsüber so mache.

# Momentan lese ich wieder verstärkt Literatur aus dem Bereich der Theologie & Spiritualität, weil mich das einfach beschäftigt. Nachdem ich “The Complex Christ” von Kester Brewin nun zu Ende gelesen habe bin ich gerade an zwei Büchern von Jürgen Moltmann (eins über die Kirche und eins über den Menschen).

# Ausserdem ist es für mich immer wieder eine Ehre, zu sehen, was für nette, kompetente, ehrliche und freundliche Leute kwerfeldein.de lesen. Ich bekomme gerade wieder verstärkt Feedback von Leuten, die sich für das Blog bedanken, mich zu einem Interview einladen und dass sie mir die Daumen drücken und supergerne da sind. Leute, ihr rockt.

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29 Kommentare

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  1. Twitter, da sprichst du was an. Ich hab mich da neulich angemeldet aber steig da noch gar nicht durch, was das überhaupt für einen Sinn macht. Ich muss mich mal näher damit beschäftigen.

    Das mit den englischen Blogposts kann ich nur bestätigen… ebenso krieg ich immer viele Spam-Mails in diesem Stil. Sowas nervt nur und wird von mir gar nicht näher gelesen. Da hätt ich echt viel zu tun ;-)

    Und zum letzten Punkt möchte ich auch mal sagen, dass du dir hier echt was tolles aufgebaut hast! Respekt. Und ich glaube, es ist deine menschliche natürliche Art, die hier auch so gut ankommt… du bist einfach “greifbarer” und “realistischer” als wohl viele andere hier im Netz.

  2. @Martin:

    Ich kannte den vorher auch nicht. Moltmann war Welkers Doktorvater in Tübingen. Wir haben “Gottes Geist. Theologie des Heiligen Geistes” im Hauptseminar (Systematische Theologie) gelesen und da auch ein komplettes Semester gut mit zu tun gehabt. War ziemlich anstrengend.

    Wenn Du Dich mal mit Pneumatologie auf hohem akademischem Niveau beschäftigen willst, kann ich ihn Dir wirklich empfehlen. Das Buch ist übrigens Moltmann gewidmet, wie ich gerade gelesen habe. :D

  3. Hallo Martin,

    ich lese nun schon seit längerer Zeit täglich den Blog. Mich haben Blogs nie sonderlich interessiert bzw. lange fesseln können. Hier ist das anders aus der Mischung von Fotografie und Menschlichkeit, wie du es beschrieben hast.
    Mit deiner Kleinen klingt ja echt süß, wünsche euch dazu noch alles Gute weiterhin!

    Zu dem Punkt mit dem Englischen: Mir gehen diese ganzen “neu-englischen” Begriffe eh so auf den Sack. Wir sind immer weniger mächtig, Dinge in unserer Muttersprache deutsch vernünftig auszudrücken, weil jeder dieses English Hype nutzt und alles in englisch ausdrücken muss und keiner weiß hinterher mehr, wer eigentlich wovon spricht. Ich sehe das echt als Schwäche an, dass die Leute ihre Dinge teilweise nicht mehr in deutsch ausdrücken können. Ich sehe das vor allem sehr extrem bei mir auf der Arbeit…

    Keiner Vorschlag meinerseits: Der Titel des Blogs lautet ja “Digitale Fotografie lernen”. Mich als blutigen Anfänger der Fotografie würden auch wieder einige Fotodiskussionen interessieren, vor allem in der Form, wie das Bild geknipst wurde und welche Schritte anschl. am PC durchgeführt wurden. Das kann man immer gut nachspielen und lernen, wo sich was warum verändert.

    Viele Grüße

  4. Ich habe mir abgwwöhnt, englische Blogs zu lesen. Ich selbst bilde mir ein, mich durch den Kontakt zu ausländischen Kollegen recht gut verständigen zu können, aber bei vielen Beiträgen müsste ich ein Wörterbuch neben mir haben – und auch dort sind nicht alle umgangssprachlichen Wörter zu finden. Zudem nervt der von Dir bereits angesprochene Stil auch sehr.

  5. Meiner Meinung nach geht es bei diesen übertriebenen Blogs doch nur um Auffallen um jeden Preis. Ich hoffe hier einfach mal auf die natürliche Auslese.
    Ich verfolge einige Blogs aus der Fotoszene, kwerfeldein gehört dazu, und man merkt recht schnell, wo Substanz vorhanden ist.

  6. Bei den Übertriebenen Blogübeschriften geht es leider rein nur darum, die Aufmerksamkeit des Lesers zu wecken. Dabei steht im Artikel bei weitem oft nicht das drin, was die Überschrift verspricht. Solche Erfahrungen habe ich auch schon (leider) zu Haufen gemacht.

    Twitter finde ich auch genial. Vor allem der direkte Austausch, der so beispielsweise auch nicht bei Facebook halt da ist. Da ist das Twitterverzeichnis für Fotografen von Olaf Bathke z.B. ja auch klasse. Nur finde ich schade, dass es solche Twitterverzeichnise noch viel zu wenig gibt (auch für andere “Gruppen” wie zum Beispiel Blogger). Aber auch ich finde Twitter einfach super, was ich zu Beginn echt nie gedacht hätte, dass ich einmal so darüber rede. Zu Twitter kann man deswegen einfach nur sagen: Man muss es selbst probiert haben, Leuten folgen und selbst schreiben, damit man Twitter verstehen kann.

    Liebe Grüße
    Julia

  7. selbst habe ich keine kinder, aber meine freundin hat einen knapp 2-jährigen Bub, der sehr gerne lacht und jetzt gerade anfängt zu “verständlich” zu sprechen *hihi* – und! er liebt es fotografiert zu werden und sich die bilder hinterher anzugucken.
    seit neustem summt er nicht mehr “Bruder Jakob” sondern “Nothing else matters” *kicher*.
    hast schon mal deine kamera mit ins Sportstudio genommen und dort ein paar schnappschüsse gemacht? das würde ich gern sehen ;-)

  8. Hallo Martin,

    ich bin bisher auch einer deiner stillen Leser. Jedoch bin ich seit dem ersten mal als ich hier war, jedesmal begeistert von deinem Blog und wünsch dir weiterhin so ein gutes gelingen damit!

    Die Vaterfreuden kenn ich selber und kann sie so gut nachvollziehen. Wie so ein kleines Würmchen einem nicht das Leben auf den Kopf stellen kann sondern auch einem zeigt was an kleinen neuen Dingen so liebenswert ist, ist schon echt fantastisch. Manchmal, das betrifft dich in ein paar Monaten auch, wird man wieder zum Kind und das macht echt Spass. Mein süsser ist jetzt 15 Monate und ich will keinen Moment mehr darauf verzichten.

    Englische Blogs oder deutsche die meinen sie hätten im englischen eine grössere Leserschaft interessieren mich auch recht wenig. Zum einem weil es bei mir, wie bei vielen anderen auch, nicht zum technischen-Englisch reicht und damit ein Text unverständlich wird und zum anderen lese ich lieber Dinge die für mich nachvollziehbar sind.
    Schade eigentlich das so viel im Netz auf andere Landessprachen verlinkt wird, als einen gelesenen Text in seinen eigenen Worten wieder zu geben.

    Viele Grüsse

    • @Silvio: Cool, das Du schreibst…. Ich lese wirklich gerne Blogs auf Englisch und ich würde sagen, dass immer noch das meiste von dem, was ich lese in dieser Sprache ist, einfach weil da auch oft guter Content kommt, der mich weiterbildet. Was mich stört sich die gepimpten, aufgeblasenen und deswegen schon wieder flachen Titel und Inhalte – und die finde ich leider oft bei den englischen aber auch hier in der unsrigen Sprache gibts sowas, nur halt nicht so massiv. Und jupp, ich würd auch keine Minute mit der Enna mehr hergeben ;)

  9. Ich befasse mich auch grad etwas mit Philosophie, hab erst das Buch “Wer bin ich – und wenn ja wie viele?” von Richard David Precht gelesen. Ist schon spannend über was die menschen alles nachdenken und wie sich dieses Denken in den Jahrhunderten immer wieder ändert.

  10. Ich kann mich hier nur meinen Vorrednern anschliessen. Dein Blog ist wirklich eine eins. Vor allem die Motivationstips haben gewirkt :-). Zu den amerikanischen Posts muss ich sagen, dass ich die augeblasenen Titel (, die sich in nahezu allen Medien wiederfinden) halt als “amerikanisch” verbucht habe. So ist es halt. Aus der Gegenperspektive sind wir vielleicht langweilig. Aber so hat halt jeder seine Form.

  11. hey herr gommel! lese schon längere zeit deinen blog und hab ihn mir auch verlinkt auf meiner liste; transparent-kreativ-ehrlich-echt-wunderschön-unterhaltsam-lehrreich-intressant-herausforderd-stark-anspruchsvoll………….
    go for! be yourself!

  12. @Martin

    Da geb ich dir schn recht, Englisch Blogs enthalten manchmal mehr Hintergrundwissen als die hiesigen. Ich lese ab und zu auch welche (mit Hilfe der Google-Übersetzung). Allerdings sind dies nicht meine Favoriten, zwecks oben genannten Problem. Deswegen kann ich deine Aussagen dann nicht ganz bejahen ;-)
    Da hab ich dich wohl etwas missverstanden im bezug auf diese Blogs.
    Trotzdessen würde ich mir wünschen es würden vielmehr diese Blogs als Idee aufgreifen und mit ihren eigenen Worten vevollständigen als nur nichts sagende Links zu verteilen.
    Denn wie man häufig sieht und liest entstehen durch übersetzungsfehler unstimmigkeiten über den Wert der Mitteilung bzw. deren Aussage.

  13. Hallo Martin,

    hab´s Dir ja neulich schon gesagt, ich fühl mich einfach superwohl auf (in?) diesem Blog bzw. Forum. Der Umgangston ist freundlich, die Antworten ehrlich, die Leute nett. Etwas zu lernen über mein Lieblingshobby gibt es auch. Was will ich noch mehr?

    Was die Anglizismen angeht, hier gibt es ein nettes Lied dazu von den Wise Guys, vielleicht gefällt es Dir genau so gut wie mir ;o)

    http://www.youtube.com/watch?v=-UFbO_p7NBM

    Alles Liebe,
    Yogamupfel

  14. Blogartikel dazu: Zack Arias bringt es auf den Punkt: Transform | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel